Bitte benutzen Sie diese Kennung, um auf die Ressource zu verweisen: http://hdl.handle.net/20.500.11780/1010
Titel: Sucht : Zeitschrift für Wissenschaft und Praxis, 48. Jahrgang, Sonderheft 1
Autor(en): Welsch, Karin
Erscheinungsdatum: 2002
Zusammenfassung: Suchthilfestatistik 2001 für Deutschland Ziele: Die regelmäßige Auswertung von statistischen Daten über die Merkmale und Tätigkeit ambulanter Einrichtungen der Suchtkrankenhilfe in Deutschland ermöglicht eine Beschreibung und Analyse der Versorgungsstruktur und deren eventuell vorhandene Mängel, der Klientencharakteristika sowie der im Bezugsjahr erzielten Ergebnisse. Sie erlaubt Trendanalysen über langfristige Veränderungen und dient zusätzlich als Grundlage für die Planung von Forschungsprojekten und Modellprogrammen zur Verbesserung einzelner Aspekte der Struktur und Qualität ambulanter therapeutischer Einrichtungen. Methodik: Die Statistik für 2001 basiert auf den Daten von 123.655 Klienten1 aus 368 ambulanten Spezialeinrichtungen für substanzbezogene Störungen in Deutschland. Ausgewertet werden Aggregatdaten nach den standardisierten Vorgaben des Bundesdaten und Bundestabellensatzes, der den Kerndatensatz der Europäischen Beobachtungsstelle für Drogen und Drogenprobleme (EBDD) einschließt. Ergebnisse: Alkohol (schädlicher Gebrauch und Abhängigkeit) steht bei 69% der Klienten mit eigener Symptomatik im Vordergrund der Betreuung2 (Hauptdiagnose), 14% der Klienten haben eine opiatbezogene und 7% eine cannabisbezogene Hauptdiagnose. Der Anteil der Klienten mit einer stimulanzienbezogenen Hauptdiagnose (Ecstasy u. Ä.) liegt mit 2,3% höher als der Anteil derer mit einer kokainbezogenen Hauptdiagnose (1,8%). Die weiteren Substanzen sind bei den Hauptdiagnosen mit weniger als einem Prozent der Klientel vertreten; Ess-Störungen und pathologisches Spielverhalten wird zusätzlich in geringem Umfang behandelt. Im Verlauf der letzten Jahre nehmen cannabis- und stimulantienbezogene Hauptdiagnosen stark zu, opiatbezogene Hauptdiagnosen nehmen ab, und für die anderen wichtigen Substanzen zeigt sich für männliche und weibliche Personen verwendet. ein leichter Rückgang bzw. keine bedeutsame Veränderung. Der Anteil der ambulanten medizinischen Rehabilitation an der Gesamtfinanzierung hat sich in den letzten 5 Jahren fast verdoppelt (W: 10,8%; O: 3,2%). 38% der Klienten mit alkoholbezogener Hauptdiagnose und 17% derer mit opiatbezogener Hauptdiagnose werden planmäßig entlassen; 16% bzw. 31% werden weitervermittelt. Nach wie vor ist der Anteil der Klienten, die die Betreuung abbrechen, mit 43% bei Alkohol wie auch bei Opiaten am höchsten. Schlussfolgerungen: Die seit Jahren zunehmende Zahl der Cannabis- und Stimulanzien-Diagnosen verdeutlicht die Notwendigkeit, den betroffenen Personenkreis genau zu analysieren, um sowohl die Behandlung wie auch die spezifische Prävention effizient ausbauen zu können. Insgesamt zeigen die Ergebnisse, dass das System der ambulanten Suchtkrankenhilfe einen wichtigen Anteil an der therapeutischen Versorgung hat und im Durchschnitt bei knapp 50% der Klienten erfolgreich ist (planmäßige Entlassung oder Vermittlung). 1 >>Klient<< wird zur sprachlichen Vereinfachung als neutraler Begriff für männliche und weibliche Personen verwendet. 2 Der Begriff Betreuung wird als Oberbegriff für Beratung und/oder Behandlung verwendet.
Statistical Report for 2001 on Treatment Facilities for Substance Use Disorders in Germany Aims: The regular analysis of statistical data on outpatient treatment centres in Germany provides information about the service delivery structure and its possible shortcomings, characteristics of clients, results achieved during the reporting year, and trends across time. Moreover, this analysis provides a basis for research and demonstration projects and aimed at improving specific aspects of the structure and quality of services. Methods: Statistics for 2001 are based on data from 123,655 clients in 368 outpatient treatment centres. Aggregated data were analysed according to federal guidelines, which include the requirement that treatment demand indicators as defined by the European Monitoring Centre for Drugs and Drug Addiction (EMCDDA). Results: During 2001, 69% of the clients sought help for alcoholrelated problems (harmful use or dependence). 14% of the clients had an opiate-related disorder as the primary diagnosis. Cannabis was the major substance used among 7% of the clients. The percentage of clients with a primary diagnosis related to stimulants (e. g. ecstasy) was 2.3% and higher than a primary. cocaine-related diagnosis (1.8%). Conclusions: The number of cannabis and stimulants diagnoses continues to increase and signifies the necessity to precisely analyse these groups of people in order to improve treatment and prevention. On the whole, the results show that outpatient addiction treatment centres are an important part of treatment services and are successful with an average of approximately 50% of the clients treated.
URI: http://hdl.handle.net/20.500.11780/1010
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