Bitte benutzen Sie diese Kennung, um auf die Ressource zu verweisen: http://hdl.handle.net/20.500.11780/103
Titel: Hilfeleistung für Krebskranke : Hypothesen aus der Gerechte-Welt-Forschung und ihre Überprüfung
Autor(en): Maes, Jürgen
Erscheinungsdatum: 1998
Serie/Report Nr.: Berichte aus der Arbeitsgruppe "Verantwortung, Gerechtigkeit, Moral"; 118
Zusammenfassung: Die Beziehung des Gerechte-Welt-Glaubens zu altruistischem und hilfsbereitem Verhalten wird dargestellt. Sowohl altruistisches Verhalten als auch die Verweigerung von Hilfe kann aus der Gerechte-Welt-Konzeption theoretisch abgeleitet werden. Es wird dann Hilfeleistung erwartet, wenn diese Hilfe tatsächlich geeignet ist, den Glauben an eine gerechte Welt zu stützen oder wiederherzustellen. Wenn die Hilfe dagegen die Anerkennung (fort)bestehender Ungerechtigkeiten impliziert, wird eher mit einer Verweigerung von Hilfe gerechnet. Der Gerechte-Welt-Glaube führt insbesondere dann zu hilfsbereitem Verhalten, wenn das Eingreifen nicht als unbedingter Hilfsakt dargestellt werden muß, wenn durch die Hilfe der Status des Opfers nicht legitimiert wird, wenn die Hilfe nicht dazu zwingt, auch weiterhin Verantwortung zu übernehmen und wenn sie nicht verwundbar für zukünftige Forderungen der Opfergruppe macht. Anhand der Daten aus einer Fragebogenerhebung zu Krebskrankheiten [N = 326] konnte die These bestätigt werden, daß Personen mit hohem Glauben an eine gerechte Welt eher bereit sind, an Lotterien teilzunehmen, die Krebskranken zugute kommen, als Personen mit niedrigem Glauben an eine gerechte Welt. Bezüglich der Bereitschaft, für die Deutsche Krebshilfe zu spenden, gab es keine Unterschiede zwischen hoch und niedrig Gerechte-Welt-Gläubigen. Im Sinne einer „Austauschfiktion“ ermöglicht die Teilnahme an Lotterien Hilfsbereitschaft, ohne den Status der Opfer anerkennen zu müssen. Die Hypothese, daß der Gerechte-Welt-Glauben eher zu Hilfsbereitschaft führt, wenn mit einer künftigen Heilung der Kranken gerechnet werden kann, konnte nicht bestätigt werden.
The connection of belief in a just world with altruistic behaviour and helpfulness is discussed. Altruistic behaviour as well as the denial of help can be theoretically derived from the just world conception. Readiness to help is expected if this help is suited to foster and maintain one´s belief in a just world. If the help, however, implies the acknowledgement of persisting injustices denial of help is more likely to be expected. Belief in a just world is leading to altruistic behaviour particularly if one´s intervention can be portrayed as a non-altruistic act, if this intervention does not legitimze the victim´s status, if the intervention does not oblige the person to take further responsibility and does not make the person vulnerable to future demands of the victim group. With data from a questionnaire study on cancer [N = 326] the hypothesis could be confirmed that persons with high scores on belief in a just world would more likely take part in lotteries for the benefit of cancer patients than persons with low scores on belief in a just world. There was no difference between high scorers and low scorers concerning the willingness to donate for the German cancer relief. The participation in lotteries for cancer patients implies an „exchange fiction“ which enables helpfulness without having to legitimize the victim status. Another hypothesis said that belief in a just world is more likely leading to helpfulness if a future cure for cancer can be expected. This hypothesis could not be confirmed.
URI: http://hdl.handle.net/20.500.11780/103
Enthalten in den Sammlungen:Berichte der Arbeitsgruppe "Verantwortung, Gerechtigkeit, Moral"
PsyDok

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