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Titel: Vom Wissen zum Handeln. Ansätze zur Überwindung der Theorie-Praxis-Kluft in Schule und Erwachsenenbildung
Sonstige Titel: From knowledge to action. Approaches to cope with the theory-practice gap in school and adult education
Autor(en): Huber, Anne A.
Haas, Anton
Schwarz-Govaers, Renate
Konrad, Klaus
Gürtler, Leo
Mutzek, Wolfgang
Traub, Silke
Widulle, Wolfgang
Sauter, Werner
Bernhart, Annette
Hepting, Roland
Schmidt, Eva-Maria
Gerbig, Christoph
Meier, Frank
Bernhart, Dominik
Barth, Anne-Rose
Erscheinungsdatum: 2005
Zusammenfassung: Der erste Teil des Buches problematisiert in ausgewählten Kontexten, wie und weshalb Wissen des öfteren nicht zum Handeln führt. Anton Haas berichtet von einer Untersuchung mit Lehrerinnen und Lehrern, die deutlich macht, dass diese nur selten ihr an der Hochschule erworbenes Wissen über Unterrichtsplanung in ihrem Berufsalltag umsetzen. Renate Schwarz-Govaers kommt zu vergleichbaren Ergebnissen im Kontext der Ausbildung von Pflegekräften. Sie führt vor Augen, wie die Anforderungen der Praxis verhindern können, dass in der Ausbildung Erlerntes zum Tragen kommt. Beide Autoren analysieren das Problem und bieten Lösungen in Form von Ausbildungskonzepten an, die den Berufstalltag tatsächlich nachhaltig prägen können. Im zweiten Teil dieses Buches werden theoretische Erklärungen und Lösungsansätze für die Diskrepanz zwischen Theorie und Praxis gegeben. Klaus Konrad konzentriert sich auf Erklärungsansätze der kognitiven Psychologie und stellt die Rolle von Metaprozessen und Subjektiven Theorien heraus. Die Metakognitionspsychologie betrachtet die Theorie-Praxis-Kluft als ein Übersetzungsproblem zwischen Wissen und Handeln. Das notwendige Wissen ist zwar vorhanden, die Lernenden erkennen aber nicht, wann sie es anwenden sollten. Vertreterinnen und Vertreter des Forschungsprogramms Subjektive Theorien gehen davon aus, dass Lernende bereits über handlungssteuernde Wissensbestände verfügen. Diese müssen verändert werden, damit neues Wissen handlungswirksam wird. Leo Gürtler geht in seinem Beitrag auf die Rolle von Emotionen und Körperempfindungen für die Überwindung der Theorie-Praxis-Kluft ein. Neuere Erkenntnisse, etwa aus der Neurobiologie und aus dem Praxis-Lehrsystem des historischen Buddha ? Siddhata Gotama ? zeigen, dass Emotionen und Körperempfindungen eine wichtige Rolle bei der Handlungsleitung und bei Entscheidungsprozessen spielen und nicht vernachlässigt werden dürfen. Im dritten Teil des Buches werden schließlich konkrete Fortbildungskonzepte vorgestellt, die eine Überwindung der Theorie-Praxis-Kluft in Aussicht stellen. Wolfgang Mutzeck stellt einen Trainingsbaustein "Transfervorbereitung und -begleitung" vor, der dazu geeignet ist, die Kluft vom Wissen zum Handeln zu überbrücken. Silke Traub beschreibt eine erfolgreiche Lehrerfortbildungsmaßnahme für die Umsetzung von Freiarbeit in der Schule. Wolfgang Widulle zeigt auf, wie man die Theorie-Praxis-Kluft in der Ausbildung von Sozialpädagoginnen und -pädagogen überwinden kann. Im Bereich der betrieblichen Weiterbildung hat Werner Sauter ein Konzept entwickelt, bei dem auch webbasierte Lernbausteine eine wichtige Rolle spielen. Wie man ein ganzes Schulkollegium bei der Umsetzung seiner Veränderungsziele begleiten kann, stellt Annette Bernhart vor. Roland Hepting gibt Einblicke in ein innovatives Schulentwicklungsmodell, bei dem Lehrerinnen und Lehrer einer Klasse gemeinsam neue Lehr- und Lernformen im Unterricht implementieren. Schlussendlich belegt Eva-Maria Schmidt mit ihrer Untersuchung, wie bedeutsam es ist, dass die Umsetzung des Gelernten in den Berufsalltag durch kooperative Problemlösegruppen und Tandems begleitet und unterstützt wird. Im letzten und vierten Teil des Buches wird auf die konkrete Gestaltung von Lernumgebungen eingegangen, damit Wissen nicht träge bleibt, sondern als ein dynamisches Prozesselement vielfältiger Handlungsweisen zum Erfolg beiträgt. Christoph Gerbig geht in seinem Beitrag auf das Sandwich-Prinzip zur Gestaltung von Lernumgebungen am Beispiel eines IT-Trainings ein. Grundidee ist, dass beim Lernen zwischen kollektiven und individuellen Phasen des Lernens intelligent gewechselt wird. Die Lernenden müssen einerseits ausreichend Gelegenheit bekommen, sich aktiv mit dem Lernstoff auseinanderzusetzen, andererseits benötigen sie gleichzeitig die strukturierende Unterstützung durch die Lehrenden. "Methoden des Wechselseitigen Lehrens und Lernens" (WELL) fördern aktives Lernen auf unterschiedlichen Lernebenen. Anne Huber behandelt den Beitrag von WELL-Methoden zur Ausbildung fachlicher und überfachlicher Kompetenzen. Frank Meier schließlich stellt Überlegungen an, inwiefern WELL-Methoden geeignet sein können, geschichtsdidaktische Anforderungen zu erfüllen. Abschließend stellt Dominik Bernhart dar, wie Leistungsbewertungen verändert werden müssen, um innovativen Lernumgebungen und neuen Formen des Lehrens und Lernens, insbesondere beim Einsatzes von WELL-Methoden, gerecht zu werden. Den Abschluss bilden die Nachbemerkungen von Anne-Rose Barth. Sie zeigt auf, dass Aus-, Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen vorübergehend zu einem Auseinanderfallen von Wissen, das heißt den Subjektiven Theorien, und Handeln führen müssen, damit Veränderungen erreicht werden können.
URI: http://hdl.handle.net/20.500.11780/1050
ISBN: 3-9806975-9-2
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