Bitte benutzen Sie diese Kennung, um auf die Ressource zu verweisen: http://hdl.handle.net/20.500.11780/109
Titel: Zuschreibungen von Verantwortung für Krebskrankheiten : der Einfluß von generalisierten Einstellungen und Überzeugungssystemen
Autor(en): Maes, Jürgen
Erscheinungsdatum: 1998
Serie/Report Nr.: Berichte aus der Arbeitsgruppe "Verantwortung, Gerechtigkeit, Moral"; 117
Zusammenfassung: Es werden zwei psychologische Modelle zur Erklärung von Abwertung und erhöhter Verantwortungszuschreibung an die Opfer von Schicksalsschlägen diskutiert: Defensivattributionshypothese und Gerechte-Welt-Theorie. Dabei werden die impliziten Annahmen beider Ansätze herausgearbeitet, wonach das Bedürfnis nach Gerechtigkeit respektive nach Kontrolle zu vermehrter Verantwortungszuschreibung an die Opfer und diese wieder zu Gefühlen von Unverwundbarkeit und Sicherheit führen sollen. Zusätzlich werden weitere Einstellungsvariablen diskutiert, die das Ausmaß der den Opfern zugeschriebenen Verantwortung erhöhen oder senken könnten, z. B. Annahmen über die Freiheit oder Determiniertheit des menschlichen Handelns, Urteilsmilde und Drakonität, Einstellungen zu Schuld oder strategische Überlegungen. Sodann werden Ergebnisse aus einer Fragebogenerhebung zu Krebskrankheiten berichtet (N=326). Unter anderem werden die bivariaten und multivariaten Korrelationen verschiedener generalisierter Einstellungen und Überzeugungen mit Verantwortungszuschreibungen für Krebskrankheiten an die Opfer, an ihre Mitmenschen, die Gesellschaft, die Industrie, die Wissenschaften, die Kirchen, die Medien, ein vorherbestimmtes Schicksal, Gottes Willen, natürliche Prozesse und den Zufall mitgeteilt. Bei der Überprüfung eines nach den impliziten Annahmen der beiden theoretischen Konzeptionen modellierten Pfadmodells zeigt sich, daß der Glaube an immanente Gerechtigkeit zwar zu erhöhten Verantwortungsattributionen an die Opfer führt, keineswegs aber auch zu Gefühlen der Sicherheit und Unverwundbarkeit. Der Glaube an internale Kontrolle geht dagegen mit einem erhöhten Sicherheitsgefühl einher, ohne dabei aber den Umweg über Verantwortungszuschreibungen zu nehmen.
Two psychological conceptions are discussed as explanations for derogation and increased attributions of responsibility to victims of misfortune: the defensive attribution hypothesis and just world theory. The implicit assumptions of both conceptions are elaborated according to which the need for control respectively the need for justice should lead to increased attributions of responsibility and these attributions should lead to feelings of security and invulnerability. Additionally, other attitudinal variables are discussed which might increase or reduce the amount of responsibility attributed to victims, such as basic assumptions concerning freedom and determinism, lenience and draconity of judgment, attitudes towards guilt or strategical considerations. Then, results from a self report study on cancer (N=326) are presented. Among others, the bivariate and multivariate correlations of different generalized attitudes and belief systems with responsibility attributions to victims, to their fellows, to society, to industry, to science, to the media, to destiny, to God´s will, to natural processes and to chance are reported. Finally, a path model is tested that was derived from the implicit assumptions of the two psychological conceptions. It is shown that belief in immanent justice goes along with increased responsitility attributed to victims but not with increased feelings of security and invulnerability. Belief in internal control goes along with increased feelings of security but without going through responsibility attributions.
URI: http://hdl.handle.net/20.500.11780/109
Enthalten in den Sammlungen:Berichte der Arbeitsgruppe "Verantwortung, Gerechtigkeit, Moral"
PsyDok

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