Bitte benutzen Sie diese Kennung, um auf die Ressource zu verweisen: http://hdl.handle.net/20.500.11780/1315
Titel: Die Mutter unter der Maske - Zur Entwicklungsproblematik von Kindern adoleszenter Eltern
Autor(en): Berger, Margarete
Erscheinungsdatum: 1988
Zusammenfassung: Zu einer kinderpsychiatrischen Stichprobe von 97 Kindern und Jugendlichen, deren Mütter bei der Geburt durchschnittlich 16 1/2 Jahre und deren Väter meist nur wenig älter waren, werden einige Gesichtspunkte zum kindlichen Entwicklungsverlauf dargestellt. Nicht allein aufgrund des jugendlichen Alters und den damit verbundenen sozialen Einschränkungen zur Übernahme der Elternrolle ist die primäre Beziehung der jungen Eltern zum unzeitgemäß geborenen Kind gefährdet. Frühe und pubertäre Objektverluste kennzeichnen den Entwicklungsgang der jungen Mütter und Väter. Für die adoleszente Mutter hat das Kind häufig die Bedeutung eines Lückenbüßers, der die Fortsetzung der idealisierten Objektbeziehung zur entbehrten Mutter und zum unbetrauerten, verlorenen Vater gewährleisten soll. Die reale Beziehung zum Kind ist von einer unabweislichen Ambivalenz durchdrungen. Darüber hinaus ist das Kind passiv in die chronifizierten Ablösungsmanöver zweier Generationen verstrickt. Dem Kind fehlt ein identitätssichernder Bezugsrahmen. Es unterliegt ebenso wechselhafter wie gefährlich grenzenloser Anteilnahme. Dem Adoptivkind vergleichbar, wächst das Kind adoleszenter Eltern im Bewußtsein fragwürdiger Existenzberechtigung auf; seine Herkunft bleibt ihm vielfach verdunkelt und eine adäquate Geschwisterbeziehung verschlossen.
URI: http://hdl.handle.net/20.500.11780/1315
ISSN: 0032-7034
Enthalten in den Sammlungen:Praxis der Kinderpsychologie und Kinderpsychiatrie

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