Bitte benutzen Sie diese Kennung, um auf die Ressource zu verweisen: http://hdl.handle.net/20.500.11780/139
Titel: Kognitive Prozesse der Ungerechtigkeitssensibilität aus der Beobachterperspektive : selektive Informationssuche
Sonstige Titel: Cognitive Processes of Sensitivity to Observed Injustice. Selective Information Search
Autor(en): Baumert, Anna
Erscheinungsdatum: 2003
Zusammenfassung: Untersucht wird der Zusammenhang zwischen Ungerechtigkeitssensibilität aus der Beobachterperspektive und selektiver Informationssuche im Bereich der Verteilungsgerechtigkeit. Steigende Ungerechtigkeitssensibilität zeigt sich durch häufigere Wahrnehmung von Ungerechtigkeit und stärkere emotionale, kognitive und verhaltensmäßige Reaktionen. Anhand selektiver Informationssuche wird untersucht, ob Ungerechtigkeitssensibilität eine kognitive und motivationale Ausrichtung auf Ungerechtigkeit bedeutet. Ein Moderatoreffekt von Merkmalen der Situation wird erwartet. Erfasst wird die Informationssuche anhand von Fragen, die Versuchspersonen aus einer Liste auswählen, wenn sie die Aufgabe haben, ein Gerechtigkeitsurteil zu fällen. Der Kontext der Verteilung wird variiert(Firma/soziales Wohnheim)und das Gerechtigkeitsprinzip, das als verletzt vorgegeben wird (Leistung/Bedürftigkeit). Neben der Ungerechtigkeitssensibilität aus der Beobachterperspektive werden weitere Eigenschaften der Person als Störvariablen in die Auswertung mittels multipler Regression aufgenommen. Erwartet wurde, dass mit steigender Ungerechtigkeitssensibilität vermehrt Informationen gesucht werden, die mit dem als verletzt vorgegebenen Prinzip konsistent sind (Positive Test Strategy). Diese Erwartung, die sich in Form eines Haupteffektes der Disposition hätte niederschlagen sollen, bestätigt sich nicht. Dagegen findet sich der erwartete Moderatoreffekt der Situationsmerkmale. In Abhängigkeit der Kontextangemessenheit des verletzten Prinzips nimmt die Selektivität der Informationssuche mit der Ungerechtigkeitssensibilität zu. Die Ausprägung dieses Effektes entspricht dabei aber nur zum Teil den Erwartungen: Ist das verletzte Prinzip kontextangemessen, suchen ungerechtigkeitssensiblere Personen ? wie erwartet ? eher mit diesem Prinzip konsistente Informationen. Stimmt das Prinzip jedoch nicht mit dem Kontext überein, so suchen gerade die ungerechtigkeitssensibleren Personen eher Informationen, die das verletzte Prinzip relativieren. Erwartet wurde jedoch auch hier eine stärkere Positive Test Strategy. Die Ergebnisse werden diskutiert im Hinblick auf die Bereicherung des Verständnisses der Ungerechtigkeitssensibilität aus der Beobachterperspektive: Sie erklären die geringe konvergente Validität des Häufigkeitsindikators der untersuchten Eigenschaft, die mehrfach empirisch gefunden wurde. Möglichkeiten der Weiterführung der Untersuchung kognitiver Prozesse der Ungerechtigkeitssensibilität werden aufgezeigt.
Starting out from the assumption that Sensitivity to Observed Injustice (SOI) implies a perceptual and motivational readiness for information potentially showing injustice, the effect of SOI on selective information search was investigated. A positive effect was predicted of SOI on the selection of information that is relevant for assessing whether the justice principle at issue was violated (Hypothesis 1). It was further assumed that selective information search would be most pronounced when the justice principle at issue and the social context match (Hypothesis 2). On the first occasion of measurement, SOI was measured. Several months later, participants were described a distribution against which one of the recipients protested by claiming that it was unjust. Social context (business, sheltered housing) and distribution principle (achievement, need) were manipulated between subjects factors. Information search was measured by the type of questions subjects selected from a list. The list contained questions that were either (1) relevant for assessing recipients? achievements, (2) relevant for assessing recipients? needs, or (3) irrelevant. Selectivity was defined as number of selected questions relevant for the supposedly violated principle minus number of selected questions relevant for the alternative principle. Hypothesis 1 was not confirmed. SOI had no main effect on selectivity. Consistent with Hypothesis 2, the three-way interaction between SOI, context, and principle was significant. When the supposedly violated principle matched the context (achievement ? business, sheltered housing ? need), SOI had a positive effect on selectivity. When the supposedly violated principle did not match the context, SOI had a negative effect on selectivity. Taken together, this pattern suggests that individuals high in SOI prefer information that is relevant for the principle which is most appropriate in the situation according to social consensus.
URI: http://hdl.handle.net/20.500.11780/139
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