Bitte benutzen Sie diese Kennung, um auf die Ressource zu verweisen: http://hdl.handle.net/20.500.11780/1443
Titel: Autonomie - ein Mehrgenerationenproblem am Beispiel einer analytischen Familienberatung
Autor(en): Neraal, Terje
Erscheinungsdatum: 1980
Zusammenfassung: Ein Kriterium fur seelische Gesundheit innerhalb der Familie ist, daß die einzelnen Familienmitglieder einen hohen Grad an Autonomie entwickeln oder aufrechterhalten können bei gleichzeitiger Befriedigung der Bedürfnisse nach Nähe und Geborgenheit. Das therapeutische Ziel einer Famihenberatung beinhaltet deswegen oft die Forderung der "bezogenen Individuation" (Stierlein) innerhalb der Familie. Diese Arbeit beschreibt einige wichtige Aspekte in der Entwicklung zur Autonomie und die Folgen und Schwierigkeiten, die auf Grund fehlender Unterstützung der Kinder von selten der Eltern entstehen können, weil diese selbst in eigenen Abhängigkeitsproblemen zu ihren Eltern verstrickt sind. Beispiele fur Familien, wo die Individuationsprozesse zum Stillstand gekommen sind, werden genannt: psychotische und psychosomatische Familien auf der einen Seite ? autistischer Rückzug oder zwanghafte Gefühlskontrolle auf der anderen Seite. Die Mehrgenerationenperspektive ist durch die Wiedergabe eines Tonbandprotokolles eines Erstinterviews mit einer Familie illustriert. Ein 9jähriges Mädchen wurde von der Schule wegen Langsamkeit und mangelnder Durchsetzungsfahigkeit anderen Schulern gegenüber überwiesen. Es stellte sich heraus, daß die Mutter sich gegenüber ihrer eigenen, im Haushalt lebenden Mutter ohnmächtig und hilflos fühlte. Die Familie war in zwei polare Untergruppen gespalten, die Kraftvollen und Unabhängigen auf der einen Seite, die Hilflosen und Abhängigen auf der anderen Seite. Beide Untergruppen brauchten einander zur Stabilisierung der eigenen Abwehr. Der erste Schritt in analytisch orientierter Familienberatung ist die Herausarbeitung des gemeinsamen unbewußten Konfliktes. Der zentrale Konflikt wird sodann auf verschiedenen Ebenen bearbeitet. Dann fordert der Therapeut zur Verhaltenskorrektur auf und ladt zum "Vormachen" ein, um Identifizierung zu ermöglichen. Der Therapeut ist aktiver als sonst in analytischen Therapieverfahren. Gute Wahrnehmungsfähigkeiten und sichere familiendynamische Kenntnisse sind Voraussetzungen fur ein gutes Ergebnis. Das zentrale Problem der Familie sollte bei dieser Therapieform nicht zu sehr durch Abwehr "eingekapselt" sein.
URI: http://hdl.handle.net/20.500.11780/1443
ISSN: 0032-7034
Enthalten in den Sammlungen:Praxis der Kinderpsychologie und Kinderpsychiatrie

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