Bitte benutzen Sie diese Kennung, um auf die Ressource zu verweisen: http://hdl.handle.net/20.500.11780/146
Titel: Biologische Risikobelastung und Sprachentwicklung bei unreif geborenen Kindern
Sonstige Titel: Biological risk and language development in preterm children
Autoren: Grimm, Hannelore
Jungmann, Tanja
Erscheinungsdatum: 2003
Zusammenfassung: Vor dem Hintergrund der biolinguistischen Perspektive von Locke (1993, 1994, 1997) werden die Auswirkungen der Unreife bei der Geburt bzw. der damit verbundenen medizinischen Komplikationen auf die Sprachentwicklung untersucht. Die Zusammenhänge zwischen sprachlichen und intellektuellen Fähigkeiten werden betrachtet. Des Weiteren stellt sich die Frage nach dem prognostischen Wert früher Sprachmaße für die spätere Sprachentwicklung. Im Rahmen eines kombinierten Quer-Längsschnittdesigns wurden insgesamt 50 unreif geborene Kinder mit Sprachentwicklungstests (SETK-2 bzw. SETK 3-5)sowie allgemeinen Entwicklungs- und Intelligenztests (Items der BSID-II; WET; K-ABC) im Altersbereich von zwei bis fünf Jahren untersucht. Neben den biologischen Risikofaktoren Geburtsgewicht und Gestationsdauer wurden die aufgetretenen medizinischen Komplikationen erfasst und ein Medizinischer Indikator der Risikobelastung (MIR) gebildet. Dabei handelt es sich um einen gewichteten Summenwert klinisch bedeutsamer Einzelrisiken. Der MIR hat sich als ein vergleichsweise geeigneterer Prädiktor der späteren sprachlichen Fähigkeiten erwiesen als Geburtsgewicht und Gestationsdauer. Nach ihrem Risikopunktwert im MIR lassen sich drei Subgruppen unreif geborener Kinder mit unterschiedlichen Sprachleistungsprofilen identifizieren. Die sprachlichen Subgruppenunterschiede sind nicht ausschließlich auf Intelligenzunterschiede zurückführbar und haben sich als äußerst zeitstabil erwiesen. Dabei ist der prognostische Wert von frühen Sprachmaßen bei Kindern mit hoher biologischer Risikobelastung größer als bei gering risikobelasteten Kindern. Aus den Ergebnissen werden Implikationen für eine medizinisch-psychologisch orientierte Frühgeborenenforschung sowie für den diagnostischen Prozess bei biologischen Risikokindern abgeleitet.
Against the background of the biolinguistical perspective (Locke, 1993, 1994, 1997) the present short-term longitudinal study investigated the different relations between distal as compared to proximal indicators of biological risk and the language processing abilities of 50 very preterm children in a geographically defined area in the middle-west of Germany. It was hypothesized that a medical indicator of neonatal risk (MIR) is a more appropriate predictor of later language processing abilities in preterm children than the traditional distal risk factors birthweight and gestational age. As a first specification, it was assumed that the MIR explains more variance in the language processing abilities of preterm children than birthweight and gestational age. As a second specification, it was expected that the MIR improves the hit rates in the classification of preterm children with age-appropriate language development versus children with delayed or impaired language development. Because of confirming results three subgroups of preterm children have been identified according to the Medical Indicator of Risk (MIR): low-, medium- and high risk children. These subgroups differed in their profiles of language processing and auditory memory abilities at the ages of two, three, and four years. The differences between subgroups in language processing abilities were not completely reducible to differences in nonverbal intelligence and very stable over time. Thereby, the prognostic value of early language measures is larger in children with high risk than in children with lower risk. Implications for the medical-psychologic oriented preterm research are as well discussed as implications for the diagnostic process in children at biological risk.
URI: http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:291-psydok-2679
http://hdl.handle.net/20.500.11780/146
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