Bitte benutzen Sie diese Kennung, um auf die Ressource zu verweisen: http://hdl.handle.net/20.500.11780/1553
Titel: Einzelpsychotherapie von Kindern und Jugendlichen und Familientherapie: Kombinierbar oder sich ausschließend?
Autor(en): Hess, Thomas
Erscheinungsdatum: 1982
Zusammenfassung: In den letzten Jahren fand die Familientherapie Eingang in das Arbeitsgebiet der Kinderpsychologen und Kinderpsychiater. Teils wird sie als Alternative eingeführt, teils an eine psychodynamisch orientierte Abklärung angeschlossen. Mißerfolge solcher Kombinationen geben Anlaß zur kritischen Betrachtung: Es soll die Unterscheidung der beiden grundlegenden Therapieansätze nicht durch das Setting - ob Einzelgespräche oder Familiengespräche - sondern durch die unterschiedliche Denkweise der Therapeuten bestimmt werden. Für die Wahl der Methode ist darauf zu achten, in welchem Entwicklungsstadium eine Familie steht. Die meisten in kinderpsychiatrischen und kinderpsychologischen Beratungsstellen Rat suchenden Familien stehen im Stadium der Auseinandersetzung mit der Umwelt bzw. der Klärung ihrer gegenseitigen Beziehung. Aus diesem Grunde ist im Anfangsstadium das familiendynamische Denken vorzuziehen. Dazu kommt der Vorteil der besseren Motivationschance, wenn alle Familienmitglieder in direktem Kontakt mit dem Therapeuten stehen. Fragen der Motivation und der Diagnostik innerhalb des Familiensettings werden diskutiert. In der eigentlichen Therapiephase sollen als Kriterium, ob Familientherapie oder Einzeltherapie angewendet wird, weder die Lokalisierung des Konfliktes (ob intrapsychisch oder interpersonal), noch die Erreichbarkeit der Symptomtrager bzw. das Zusammenleben mit der übrigen Familie, ausschlaggebend sein. Als wesentlichstes Kriterium wird die Stärke der gegenseitigen Resonanz der Familienmitglieder postuliert: eng verstrickte Familien sollten immer als gesamte Familie behandelt werden. Bei klarerer Abgrenzung der einzelnen Familienmitglieder voneinander, insbesondere bei zu geringem, gegenseitigem Engagement, besteht größere Chance im einzeltherapeutischen Vorgehen. Bei notwendig werdendem Wechsel des Therapieansatzes ist es wichtig, der Familie gegenüber klar zu deklarieren, welches der Denkmodelle bzw. welcher der Therapeuten dem andern über- bzw. untergeordnet ist, um eine Konkurrenzierung der zwei "Realitäten" zu vermeiden.
URI: http://hdl.handle.net/20.500.11780/1553
ISSN: 0032-7034
Enthalten in den Sammlungen:Praxis der Kinderpsychologie und Kinderpsychiatrie

Dateien zu dieser Ressource:
Datei Beschreibung GrößeFormat 
31.19827_1_29323.pdf_new.pdf1,49 MBAdobe PDFÖffnen/Anzeigen


Alle Ressourcen in diesem Repository sind urheberrechtlich geschützt.