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Titel: Stärkung elterlicher Kompetenz bei stationärer Therapie von Kindern und Jugendlichen
Autor(en): Rotthaus, Wilhelm
Erscheinungsdatum: 1984
Zusammenfassung: Wenn Eltern ihre Kinder zur stationären Aufnahme bringen, drücken sie damit mehr oder weniger bewußt ihr Scheitern als Eltern und Erzieher aus. Je erfolgreicher die Betreuer auf der Station als Ersatzeltern mit dem Kind umgehen, um so krasser wird die elterliche Inkompetenz deutlich gemacht. Nicht selten entsteht eine ausgeprägte Rivalität zwischen Eltern und Ersatzeltern, die das Kind in einen tiefen Loyalitätskonflikt bringt. Gehorsam gegenüber den Ersatzeltern bedeutet, daß es die eigenen Eltern bloßstellt und schlecht macht. Diese Situation ist für alle Beteiligten belastend und ausgesprochen hinderlich fur die Erreichung des Aufenthaltszieles. Unseres Erachtens muß vom ersten Elternkontakt an konsequent versucht werden, eine solche Entwicklung zu vermeiden, indem die Verantworlichkeit der sorgeberechtigten Eltern in jeder Phase der therapeutischen Beziehung betont wird. In zunehmendem Maße haben wir gelernt, die Symptomatik des Kindes als Symptom fur die Nicht-Übernahme von Verantwortung in der Familie zu sehen. Das bedeutet umgekehrt: Therapie besteht in Verdeutlichung der elterlichen Verantwortung von der ersten Kontaktaufnahme an und in der Befähigung der Eltern, diese Verantwortung zu übernehmen, anders ausgedrückt: in einer Stärkung der elterlichen Kompetenz. Dies hat notgedrungen äußerst gravierende Auswirkungen auf das Selbstbewußtsein aller am Therapieprozeß Beteiligten.
URI: http://hdl.handle.net/20.500.11780/1651
ISSN: 0032-7034
Enthalten in den Sammlungen:Praxis der Kinderpsychologie und Kinderpsychiatrie

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