Bitte benutzen Sie diese Kennung, um auf die Ressource zu verweisen: http://hdl.handle.net/20.500.11780/1734
Titel: Auffällige Motorik -Versuch einer Erweiterung der Perspektive - Die Angst vor dem unentdeckten Schaden
Autor(en): Lüpke, Hans von
Erscheinungsdatum: 1985
Zusammenfassung: Erfahrungen mit verspäteter Diagnosestellung bei Kindern mit zerebralen Bewegungsstörungen haben zu erhöhter Sensibilisierung für das Problem der auffallenden Motorik gefuhrt. In dieser Situation fand das popularisierte Konzept vom "frühkindlichen Hirnschaden" große Verbreitung, bietet es doch eine Erklärung an, die nahezu jede abweichende Motorik auf einen Defekt (anatomisch oder zumindest funktionell) im Zentralnervensystem zurückfuhrt. Als Konsequenz daraus wird eine möglichst frühzeitige Entdeckung und Behandlung mit Krankengymnastik gefordert. Die Erfahrung zeigt, daß dieses Konzept auch Verwirrung statt Hilfe bringen kann. Dafür werden Beispiele gebracht etwa die Kinder, die trotz ausgezeichneter Geschicklichkeit dauernd Unfälle erleiden oder Kinder, die sich motorisch scheinbar langsamer entwickeln, in Wirklichkeit aber nur vorsichtiger sind und sich ihren Fähigkeiten erst später anvertrauen ("sensitive Perfektionisten"). Um dieses mechanische, auf Defekt und Reparatur fixierte Denken zu erweitern, wird das Konzept der sensorischen Integration mit Resultaten psychoanalytischer Studien in Beziehung gebracht. Die Diskussion konzentriert sich vor allem auf die wechselseitigen Beeinflussungen zwischen Motorik, Wahrnehmung und Ich-Entwicklung und ein Konzept von Psychomotorik als "Instrument zum Dialog". Den Abschluß bilden die Konsequenzen fur Bewertungen wie "normal" und "pathologisch" sowie für therapeutische Interventionen.
URI: http://hdl.handle.net/20.500.11780/1734
ISSN: 0032-7034
Enthalten in den Sammlungen:Praxis der Kinderpsychologie und Kinderpsychiatrie

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