Bitte benutzen Sie diese Kennung, um auf die Ressource zu verweisen: http://hdl.handle.net/20.500.11780/194
Titel: Rezeption und Bewertung von Informationen über Umweltrisiken bei Jugendlichen : täuschender Rückblick, wirkungsvolle Falschmeldungen
Autor(en): Lay, Katja
Spada, Hans
Erscheinungsdatum: 2000
Serie/Report Nr.: Forschungsberichte des Psychologischen Instituts der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau;145
Zusammenfassung: Gesamtgesellschaftliche Probleme wie die fortschreitende globale Umweltzerstörung können bei Kindern und Jugendlichen Zukunftsängste auslösen und langfristig zu einer Belastung der psychischen Gesundheit führen. Dies ist insbesondere der Fall, wenn die makrosozialen Belastungen mit starken negativen Emotionen verbunden sind und die eigenen Möglichkeiten zur Bewältigung dieser Probleme als gering eingeschätzt werden (Seiffge-Krenke, 1994; Lauströer, Jelitto & Günther, 1999). Daß Umweltgefährdungen sowohl unspezifische Ängste als auch auf tatsächliche oder vermeintliche Verantwortliche gerichteten Ärger auslösen können, ist wissenschaftlich dokumentiert (Nerb 1999; Unterbruner, 1991). Während die Umwelterziehung in den vergangenen Jahren fest im Lehrplan verankert wurde und Umfragen nach wie vor ein hohes Umweltbewußtsein in der Bevölkerung ausweisen, ist zugleich eine gewisse Sättigung in der Beschäftigung mit Umweltfragen in der Gesellschaft zu beobachten. Die Gründe für diesen Trend sind vielfältig. Es ist anzunehmen, daß positive Entwicklung beispielsweise im Gewässerschutz den Eindruck erwecken, Umweltfragen seien weniger dringlich als noch vor einigen Jahren oder daß andere makrosoziale Probleme, wie z. B. Arbeitslosigkeit, im öffentlichen Bewußtsein in den Vordergrund gerückt sind (Umweltbundesamt, 1998). Eine wichtige Rolle spielt sicherlich auch die Selbsteinschätzung, daß privates Verhalten in Hinblick auf die in der Öffentlichkeit diskutierten Ereignisse und Entwicklungen nur ein geringes Potential zur Abwendung oder Minderung von Umweltschäden habe, der Einzelne jedoch in Hinblick auf mächtige "öffentliche" Umweltsünder beispielsweise in der Industrie auch nur geringe Verantwortung für die Entstehung dieser Schäden trage. Menschen erleben sich selbst in bezug auf die Gefährdung der Umwelt typischerweise in der Rolle des Betroffenen und nicht als Verursacher oder Mitverantwortlicher (Nerb et al., 1998). Die Verarbeitung von Informationen über Umweltgefährdungen wird von schematischen Vorannahmen, Halbwissen und umweltpolitischen Einstellungen beeinflußt. Dies muß bei der Gestaltung von Bildungsmaßnahmen im Umweltbereich berücksichtigt werden. Dieses Geflecht aus Fakten und Bewertungen ist wiederum stark durch das Bild geprägt, das in den Medien von Umweltgefährdungen vermittelt wird. An diesem Punkt setzt die Fragestellung der vorliegenden Arbeit an. Untersucht werden kognitive Mechanismen der Verarbeitung von medienvermittelten Informationen über Umweltgefährdungen unter besonderer Berücksichtigung des Zusammenspiels von Urteils- und Gedächtnisprozessen. Im folgenden wird ein einleitender Überblick über charakteristische Merkmale der Medienberichterstattung über Umweltrisiken (1.1) und der Verarbeitung dieser Informationen auf Seiten der Rezipienten (1.2) sowie über das Ziel dieser Arbeit (1.3) gegeben.
URI: http://hdl.handle.net/20.500.11780/194
Enthalten in den Sammlungen:Forschungsberichte des Psychologischen Instituts der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau
PsyDok

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