Bitte benutzen Sie diese Kennung, um auf die Ressource zu verweisen: http://hdl.handle.net/20.500.11780/1955
Titel: Wohlbefinden im Alter: Der Einfluss von Selbstwirksamkeit, Kontrollüberzeugungen, Bewältigungsstilen und persönlichen Zielen. Ergebnisse aus der Münchner GOLD-Studie.
Sonstige Titel: Well-being in old age: The influence of self-efficacy, control beliefs, coping strategies, and personal goals. Results from the Munich Gold Study.
Autor(en): Halisch, Frank
Geppert, Ulrich
Erscheinungsdatum: 2000
Zusammenfassung: Die vorliegende Untersuchung entstammt der Münchner Genetisch Orientierten Lebens-pannenstudie zur Differentiellen Entwicklung (GOLD) und untersucht den Einfluss verschiedener Persönlichkeitsmerkmale auf das subjektive Wohlbefinden im Alter. Teilnehmer waren 259 Frauen und 134 Männer im Alter von 63 bis 85 Jahren. Die Stichprobe wurde in drei Altersgruppen von 63 - 68 (n=139), 69 - 72 (n=133) und 73 - 85 Jahren (n=121) unterteilt. Das subjektive Wohlbefinden wurde (a) durch eine Skala zur allgemeinen Lebenszufriedenheit und (b) durch ein Verfahren zur emotionalen Befindlichkeit erfasst. Als Persönlichkeitsvariablen wurden erhoben (a) Selbstwirksamkeit, (b) externale Kontrollwahrnehmung (c) Hoffnungslosigkeit, (d) die Bewältigungsstrategien der assimilativen Persistenz und der akkomoda¬tiven Flexibilität sowie (e) die volitionalen Paramater persönlicher Ziele (Erfolgswahrscheinlichkeit, Entschlossenheit, Realisierbarkeit). Die Ergebnisse zeigen in Übereinstimmung mit der generellen Befundlage der Wohlbefindensforschung, dass sowohl die Lebenszufriedenheit als auch die emotionale Befindlichkeit auch im Alter deutlich positiv ist und dass Männer ein positiveres Wohlbefinden aufweisen als Frauen. Zwischen den drei Altersgruppen gibt es keine signifikanten Unterschiede; es deutet sich sogar an, dass die Lebenszufriedenheit mit dem Alter steigt. Es gibt demnach keinen Hinweis auf eine Abnahme des Wohlbefindens, wie man es auf Grund (vermuteter) materieller, physischer und sozialer Einbußen im Alter erwarten könnte. In einer Regressionsanalyse erweisen sich Selbstwirksamkeit und (geringe) Hoffnungslosigkeit als wichtigste Persönlichkeitsdeterminanten des Wohlbefindens. Personen mit hoher Selbstwirksamkeit sind insgesamt zufriedener und positiver gestimmt. Darüber hinaus wirkt sich eine akkomodative Bewältigungsstrategie, die die eigenen Aspirationen den im Alter verringerten Ressourcen und vermehrten Hindernissen anzupassen in der Lage ist, positiv auf das Wohlbefinden aus. Die Entschlossenheit, die persönlichen Ziele durchzusetzen, steht in keinem Zusammenhang mit dem Wohlbefinden aber je mehr man die persönlichen Ziele für realisierbar hält und je höher man deren Erfolgswahrscheinlichkeit einschätzt, desto größer ist die Zufriedenheit. Gesonderte Analysen innerhalb der drei Altersgruppen zeigen weiterhin, dass trotz gleichen Niveaus des Wohlbefindens die zugrunde liegenden Determinanten sich erheblich verändern: Bei den jüngeren Alten (zwischen 63 und 68 Jahren) spielt neben Selbstwirksamkeit und Hoffnungslosigkeit noch die akkomodative Bewältigungsstrategie der flexiblen Zielanpassung die größte Rolle, wohingegen die assimilative Bewältigungsstrategie der hartnäckigen Zielverfolgung sich eher negativ auf das Wohlbefinden auswirkt. In der Gruppe der Ältesten (zwischen 73 und 85 Jahren) hingegen verlieren alle Persönlichkeitsvariablen an Gewicht gegenüber einem Parameter, der in den beiden jüngeren Gruppen keine Rolle spielt: die Erfolgswahrscheinlichkeit der eigenen Anliegen. Angesichts sinkender Restlebenszeit gewinnt offenbar zunehmend die Frage an Bedeutung, ob man eigene persönliche Ziele noch realisieren kann. Je mehr man glaubt, dass das, was man sich vorgenommen hat, nicht mehr verwirklicht werden kann, desto stärker wird das Wohlbefinden beeinträchtigt.
URI: http://hdl.handle.net/20.500.11780/1955
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