Bitte benutzen Sie diese Kennung, um auf die Ressource zu verweisen: http://hdl.handle.net/20.500.11780/1963
Titel: "Risikokinder": Zur Bedeutung biologischer und psychosozialer Risiken für die kindliche Entwicklung in den beiden ersten Lebensjahren
Autor(en): Laucht, Manfred
Esser, Günter
Schmidt, Martin H.
Ihle, Wolfgang
Löffler, Walter
Stöhr, Rosa-Maria
Weindrich, Diana
Weinel, Hiltrud
Erscheinungsdatum: 1992
Zusammenfassung: In einer prospektiven Längsschnittstudie wird die Entwicklung von N = 362 Kindern (darunter 210 Hochrisikokinder) in vier Erhebungswellen (T1-T4) von der Geburt bis ins Schulalter mit einem umfangreichen Instrumentarium untersucht. Ziele der Studie sind die Beschreibung der Entwicklungsverläufe von Kindern mit biologischer und psychosozialer Risikobelastung, die Suche nach frühen Prädiktoren für Störungen der Entwicklung und ihre Bewältigung sowie die Analyse der Prozesse und Mechanismen, die differentiellen Entwicklungsverläufen zugrunde liegen. Die vorliegenden Ergebnisse der Erhebungswellen Tl und T2 zeigen, daß der Verlauf der frühen Entwicklung von drei Monaten nach zwei Jahren noch großen Schwankungen unterworfen ist. Je nach Entwicklungsbereich remittieren bis zu 3/4 der im frühen Säuglingsalter bestehenden Entwicklungsstörungen, während bei bis zu 1/5 der Kinder im Alter von 2 Jahren neue Störungen auftreten. Sowohl biologische als auch psychosoziale Risiken haben deutliche negative Auswirkungen auf den Entwicklungsverlauf. Während sich biologische Risiken primär in Beeinträchtigungen motorischer Funktionen bemerkbar machen, schlägt sich der Einfluß psychosozialer Risiken stärker in der kognitiven und sozialemotionalen Entwicklung nieder. Dabei ändert sich die relative Bedeutung der Risikofaktoren im Verlauf der Entwicklung: Während biologische Risiken allgemein an Bedeutung verlieren, wächst im Gegenzug der Einfluß psychosozialer Risiken. Einzelne Risikofaktoren mit besonders ungünstiger Entwicklungsprognose unter den biologischen Risiken sind sehr niedriges Geburtsgewicht und neonatale Krampfanfälle. Unter den psychosozialen Risiken ergeben sich Konstellationen ungünstiger familiärer Lebensumstände, die durch Merkmale wie niedriges Bildungsniveau, Herkunft aus zerrütteten familiären Verhältnissen, psychische Auffälligkeiten der Eltern und chronische Schwierigkeiten gekennzeichnet sind.
URI: http://hdl.handle.net/20.500.11780/1963
ISSN: 0032-7034
Enthalten in den Sammlungen:Praxis der Kinderpsychologie und Kinderpsychiatrie

Dateien zu dieser Ressource:
Datei Beschreibung GrößeFormat 
41.19928_1_35773.pdf_new.pdf2 MBAdobe PDFÖffnen/Anzeigen


Alle Ressourcen in diesem Repository sind urheberrechtlich geschützt.