Bitte benutzen Sie diese Kennung, um auf die Ressource zu verweisen: http://hdl.handle.net/20.500.11780/2132
Titel: Gibt es ein Ende der Adoleszenz? - Betrachtungen aus ethnopsychoanalytischer Sicht
Autor(en): Erdheim, Mario
Erscheinungsdatum: 1995
Zusammenfassung: Erwachsensein heißt heute nicht mehr, über gesichertes Wissen und Routine zu verfügen, sondern im Bereich der Kultur Angst und Ungewißheit aushalten zu können. Die Jugend ist im Verlauf des Zivilisationsprozesses zunehmend zum Leitbild und Inbegriff der dynamischen, sich wandelnden Kultur geworden. Infolge der Abschaffung der Initiationsrituale, die ursprünglich den Übergang zum Erwachsenenalter bestimmten, müssen die Jugendlichen heute selbst Strategien entwickeln, um Chaos und Ordnung aufeinander zu beziehen. Der Antagonismus zwischen Familie und Kultur spielt dabei eine zentrale Rolle: Das Individuum muß gleichsam zwei Aggregatszustände gleichzeitig verkörpern können, nämlich Festigkeit in der Familie und Verflüssigung in der Kultur. Die Adoleszenz geht heute lediglich im familiären Bereich zu Ende, sobald das Individuum in die Eltemposition kommt, im kulturellen Bereich hingegen sollten wir zeitlebens adoleszent bleiben, um die für den kulturellen Wandel notwendige Kreativität aufzubringen.
URI: http://hdl.handle.net/20.500.11780/2132
ISSN: 0032-7034
Enthalten in den Sammlungen:Praxis der Kinderpsychologie und Kinderpsychiatrie

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