Bitte benutzen Sie diese Kennung, um auf die Ressource zu verweisen: http://hdl.handle.net/20.500.11780/2219
Titel: Zwei Arten der Identifikation mit dem Aggressor nach Ferenczi und Anna Freud
Autor(en): Hirsch, Mathias
Erscheinungsdatum: 1996
Zusammenfassung: Eine Möglichkeit des Versuchs der psychischen Bewältigung traumatischer Gewalt innerhalb der kindlichen Entwicklung in der Familie, aber auch von politischem Terror, Folter und KZ-Haft ist die identifikatorische Anerkennung der übermäßigen Gewalt bzw. die Unterwerfung unter sie. Terenczi hatte diesen Mechanismus für sexuellen Mißbrauch, körperliche Mißhandlung und vorwurfsvolles Einwirken von chronisch kranken Erwachsenen auf ihre Kinder als Verinnerlichungsgeschehen der Gewalt beschrieben. Die Opfer nehmen die Gewalt in sich hinein, identifizieren sich mit dem Gewaltsystem und bleiben dadurch im Wiederholungszwang oft lebenslang Opfer. Anna Freud hatte denselben Begriff auf nicht derart mißhandelte, Ich-stärkere Kinder angewendet, die in der Lage sind, einen befürchteten Angriff aggressiv abzuwehren, indem sie dem Aggressor identifikatorisch zuvorkommen. Die Auffassung Ferenczis, die eine beträchtliche Erweiterung des psychoanalytischen Denkens bedeutete, ist für das Verständnis sowohl von schweren Persönlichkeitsstörungen als auch für die Identifikation mit und die Unterwerfung unter Gewalt im allgemeinen besonders wertvoll.
URI: http://hdl.handle.net/20.500.11780/2219
ISSN: 0032-7034
Enthalten in den Sammlungen:Praxis der Kinderpsychologie und Kinderpsychiatrie

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