Bitte benutzen Sie diese Kennung, um auf die Ressource zu verweisen: http://hdl.handle.net/20.500.11780/231
Titel: Was ist Intelligenz?
Autor(en): Breitenbach, Erwin
Erscheinungsdatum: 2005
Zusammenfassung: In Schulen, in medizinischen und psychologischen Beratungsstellen, im sonderpädagogischen Bereich werden täglich Intelligenzmessungen durchgeführt. Seit alters her kreiste das Interesse von Fachleuten und Laien um Begriff und Art, Entwicklungsbedingungen und Fördermöglichkeiten von Intelligenz. So galten auch die ersten ernsthaften Bemühungen um eine quantitative Erfassung von individuellen Eigenarten dem Persönlichkeitsmerkmal Intelligenz. Es scheint sich hier offensichtlich um eine sehr bedeutsame Eigenschaft zu handeln, in der sich die Menschen voneinander unterscheiden. Personen, die aufgrund welcher Faktoren auch immer als intelligent bezeichnet werden, zählen in der Regel zu den Erfolgreichen in unserer Gesellschaft. "Was Intelligenz auch sein mag, immer trägt deren Ausmaß, das einem Individuum zugeschrieben wird, mit dazu bei, dessen Platz in der hierarchischen Struktur seiner Gruppe zu bedingen" (ROTH, OSWALD, DAUMELANG 1972, S. 12). Paradoxerweise ist es für Fachleute gar nicht so einfach, eine verbindliche und hinreichend befriedigende Aussage darüber zu machen, was man unter Intelligenz denn eigentlich zu verstehen habe. Böse Zungen sagen: "Eine beneidenswerte Situation: Sie wissen nicht, was es ist. Aber sie können es messen." Intelligenz muss also als ein hypothetisches Konstrukt betrachtet werden. Es wird angenommen oder gefordert, dass bestimmte Verhaltensweisen ein Ausdruck von mehr oder weniger Intelligenz sind. In einem solchen Fall ist es nicht verwunderlich, wenn es unterschiedliche Meinungen darüber gibt, welche Verhaltensweisen eher auf hohe und welche eher auf niedrige Intelligenz schließen lassen. Anders ausgedrückt könnte man sagen: ob man einen Menschen als intelligent oder als dumm einschätzt, hängt unter anderem auch davon ab, welche Vorstellung von Intelligenz man seiner Einschätzung zugrunde legt. Übertragen auf das Messen von Intelligenz mit psychometrischen Verfahren bedeutet dies: das Ergebnis einer Intelligenzmessung, der errechnete Intelligenzquotient (IQ) ist erst dann aussagekräftig und interpretierbar, wenn klar ist, auf welcher Vorstellung von Intelligenz das verwendetet Messverfahren aufgebaut und entwickelt worden ist. Jeder Autor eines Intelligenztests geht von einer spezifischen Intelligenzdefinition aus, und versucht diese in konkreten Verhaltesweisen zu operationalisieren. Von daher ist die Aussage: "Intelligenz ist das, was der Intelligenztest misst" durchaus ein ernstzunehmender Definitionsversuch.
URI: http://hdl.handle.net/20.500.11780/231
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