Bitte benutzen Sie diese Kennung, um auf die Ressource zu verweisen: http://hdl.handle.net/20.500.11780/2316
Titel: Psychoanalytische Therapie bei sexuell mißbrauchten Jugendlichen
Sonstige Titel: Psychoanalytic Therapy with Adolescent Victims of Sexual Abuse
Autor(en): Hirsch, Mathias
Erscheinungsdatum: 1997
Zusammenfassung: Sexueller Mißbrauch als extremes Kindheitstrauma verzerrt Objekt- und Selbstbilder, erzeugt Gewalt-lntrojekte, die im Wiederholungszwang das Trauma in Symptomatik und Agieren ständig reproduzieren. Wenn auch die traumatische Gewalt in der Übertragung sozusagen dosiert wiedererlebt werden soll, bedeutet psychoanalytische Therapie nicht etwa ständiges Deuten der Übertragung, vielmehr ist auch stützende, bestätigende, durchaus auch wertende, die Realität benennende Aktivität angezeigt. Folgende Bereiche lassen sich differenzieren: Idealisierung, durch die die Therapie ein triangulierendes Objekt werden soll; negative Übertragung eines feindlich archaischen Mutterobjekts, auch die des Gewaltanteils des traumatischen Objekts, dadurch entsteht ein Zugang zu verschütteten aggressiven Affekten; schließlich die Bearbeitung des spezifisch sexuellen Traumas in Übertragung und Gegenübertragung. Im gesamten Verlauf, besonders aber in der Endphase, ermöglicht das Durcharbeiten von Schuldgefühlen, Scham und Trauer die Ablösung von den traumatischen Objekten, wenn auch die Gefahr der Rückkehr zu ihnen, oft repräsentiert durch die realen Bezugspersonen, die Aussicht auf einen vollen Therapieerfolg relativiert.
Sexual abuse as an extreme childhood trauma produces distorted object-images, introjects of violence which reproduce the trauma permanently through symptoms and acting-out. Although the traumatic power should be relived in transference, psychoanalytic therapy does not always mean permanent interpretation of transference, rather supporting, confirming, valuing activity is indicated. The following scopes can be differentiated: idealization, changing the therapeutic object into a triangulating one; negative transference of an archaic destructive mother imago, nevertheless also of the traumatic object, setting free hidden aggressive affects; emerging of the specific sexual trauma in transference and counter-transference. In the whole course of therapy, especially at the end, working through of guilt-feelings, shame and mourning permits the separation from the traumatic objects, although the danger of returning to them, often represented by the real actual objects, does not guarantee a full success in all cases.
URI: http://hdl.handle.net/20.500.11780/2316
ISSN: 0032-7034
Enthalten in den Sammlungen:Praxis der Kinderpsychologie und Kinderpsychiatrie

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