Bitte benutzen Sie diese Kennung, um auf die Ressource zu verweisen: http://hdl.handle.net/20.500.11780/2325
Titel: Drum zwinge, wem ein Zwang gegeben?
Sonstige Titel: Should constrain, who is constrained?
Autor(en): Bürgin, Dieter
Erscheinungsdatum: 1998
Zusammenfassung: Jemanden zwingen bedeutet, auf ihn mit Gewalt einzuwirken. Zwang ist eine Beziehungsqualität. Biologisch-repetitive Abläufe stehen intrasubjektiv bald im Dienste von sich automatisierenden Funktionen. Kleinkinder versuchen oft, auf die Umgebung Zwang auszuüben, um ihre Omnipotenz wiederherzustellen. Spielerisches Verhalten und Übergangsräume sind Antipoden von Zwängen. Angst und Zwang verhalten sich umgekehrt proportional zueinander. Viele Zwänge in der Kleinkinderzeit sind klinisch unbedeutend. Grundsätzlich aber haben Zwangsphänomene eine hohe intrapsychische Persistenz. Zwangsstörungen in der Adoleszenz können der Abwehr ödipaler Konflikte oder auch eines psychotischen Geschehens dienen. Adressaten der Zwänge sind das Selbst, ein inneres Objekt oder eine bedeutungsvolle Person in der Außenwelt. Zwangskrankeiten entsprechen Beziehungskrankheiten (verinnerlichter oder nach außen umgesetzter Art). In der Übertragung bewirken sie beim Gegenüber rasch einen Einbezug in die Zwangsproblematik. Um einen adäquaten Beziehungskontakt bei einer Zwangsübertragung zu bewahren, bedarf es einer Art anhaltenden Entfesselungsaktes. In der Übertragung werden regressive Ängste und Wut personalisiert. Diese werden vom Therapeuten verbalisiert und damit transformierbar. So öffnet sich im günstigen Falle die Beziehung gegenüber "einem Dritten".
To force somebody means inflict pressure on him. Obsessive-compulsive behaviour (OCB) is a feature of relationships. In early infancy, repetitive biological functions rapidly become automatic psychic functions. Small children often try to relate to their surrounding in a constrained manner in order to re-establish their omnipotence. Play and transitional space are opposites of OCB. Anxiety and constraints show an inverse relation to each other. In many cases, OCB in infants and small children has no clinical relevance. OCB is characterised by a high intrapsychic persistence during the whole period of psychophysic development. Obsessive-compulsive diseases (OCD) may serve as defence against oedipal strivings or against psychotic functioning. It is addressed against the self, an inner object or a relevant person of the surrounding. OCD correspond to a relational illness. In this situation an involved person becomes rapidly involved in the constraint problem. To maintain an adequate form of relationship within such transferential movements, a continuous "unchaining" is necessary. During transference, regressive anxieties and rages are expressed in a personalised form. Verbalised by the therapist, they become ready for transformation. The relationship may now open up to allow the inclusion of a third person.
URI: http://hdl.handle.net/20.500.11780/2325
ISSN: 0032-7034
Enthalten in den Sammlungen:Praxis der Kinderpsychologie und Kinderpsychiatrie

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