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Titel: Zu Verlauf und Prognose der Anorexia nervosa: Katamnese von 41 Patienten
Sonstige Titel: Outcome and Prognostic Factors of Anorexia Nervosa: Follow-up Study of 41 Patients
Autor(en): Finzer, Patrick
Haffner, Johann
Müller-Küppers, Manfred
Erscheinungsdatum: 1998
Zusammenfassung: Ziel der vorliegenden Studie war es, eine mehrdimensionale Betrachtung des Verlaufs der Anorexia nervosa durchzuführen. In der vorgestellten Katamnese konnten von 51 Patienten unserer Klinik, bei denen die Diagnose einer Anorexia nervosa - gemäß dem DSM-III R - gestellt wurde, 41 nach im Mittel 5;3 Jahren nachuntersucht werden. Die Ausgangsstichprobe zeigte einen frühen Krankheitsbeginn (im Mittel 14;2 Jahre), keine oder wenige psychiatrische Vorbehandlungen und restriktives Eßverhalten (72,5%); das durchschnittliche Alter betrug 15;2 Jahre. Zum Katamnesezeitpunkt blieben bezüglich Gewicht und Menstruationsfunktion - somatisches Ergebnis - 50% der Patienten auffällig; ein Patient war verstorben. In psychosozialer Hinsicht waren dagegen 60% der Patienten auffällig. Bei oft schon normaler Gewichtssituation blieben vor dem Hintergrund einer neurotischen Struktur soziale und sexuelle Auffälligkeiten bestehen. Depressive Verstimmung und ein übersteigertes Schlankheitsideal waren in hohem Maße erhalten geblieben, ebenso die charakteristische Angst vor einer Gewichtszunahme, die sich als ein guter Indikator für das Fortbestehen einer Eßstörung erwies. Die mehrdimensionale Nachuntersuchung erleichterte die Ableitung einer differenzierten Prognose. Mit einem schlechten somatischen Ergebnis gingen vorherige psychiatrische Therapien und eine hohe Abweichung vom Idealgewicht einher, ein gutes Ergebnis war mit der Nennung von familiären Konflikten in der Kindheit der Patienten assoziiert. Eine gute psychosoziale Verfassung zeigten Patienten, die ambulant behandelt werden konnten.
The purpose of the following study was a multidimensional assessment of the course of anorexia nervosa. In our follow-up-study we were able to examine 41 out of 51 patients meeting DSM-III R criteria for anorexia nervosa in our department at a mean follow-up of 5;3 years. At the first evaluation the patients were characterized by an early age of onset (mean 14;2 years), no or very little previous psychiatric treatment, and restrictive eating habits (72,5%); the mean age was 15;2 years. At the time of follow-up, the physical outcome was unfavourable for 50% of the patients; one patient had died. The psychosocial outcome was less favourable for 60%. Against the background of a neurotic structure, social and sexual disturbances were found although the patient's weight was often normal. Depressive symptoms and a "slimness ideal" were found among a large number of patients, just as much as the fear of gaining weight - which prove to be a reliable indicator for the continuation of an eating disorder. A multidimensional evaluation facilitates an assessment of the determinants of prognosis. Previous psychiatric treatment and low body weight were associated with an unfavourable, mention of problems/disturbances in the family environment with a good somatic outcome. Outpatient treatment indicates a favourable psychosocial outcome.
URI: http://hdl.handle.net/20.500.11780/2346
ISSN: 0032-7034
Enthalten in den Sammlungen:Praxis der Kinderpsychologie und Kinderpsychiatrie

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