Bitte benutzen Sie diese Kennung, um auf die Ressource zu verweisen: http://hdl.handle.net/20.500.11780/2366
Titel: Die familiäre Bewältigung einer Krebserkrankung im Kindes- und Jugendalter - Möglichkeiten der standardisierten Erfassung mit Selbstbeurteilungsverfahren: Ergebnisse einer empirischen Vorstudie
Sonstige Titel: Families Coping with Cancer during Childhood and Adolescence. Practicability of Standardized Self-assessment Methods: Results of a Pilot Study
Autor(en): Goldbeck, Lutz
Erscheinungsdatum: 1998
Zusammenfassung: In einer schriftlichen Befragung gaben 44 Eltern pädiatrisch-onkologischer Patienten während der Therapiephase Auskunft über ihre eigene Krankheitsbewältigung sowie über die Krankheitsbewältigung und die körperlichen Beschwerden ihrer erkrankten Kinder. Die große Mehrzahl der untersuchten Familien zeigte sich aus Elternsicht den mit der Krankheit und Behandlung verbundenen Belastungen gewachsen. Aktive, problemorientierte Bewältigungssstrategien in Verbindung mit einer optimistischen Grundeinstellung, der Aufrechterhaltung des familialen Zusammenhalts und einer Hinwendung zu Religion und Sinnsuche sind kennzeichnend für den Copingstil der Eltern. Der Copingstil der betroffenen Kinder wird im Elternurteil als überwiegend adaptiv dargestellt. In der relativ kleinen Problemgruppe der maladaptiv organisierten Familien zeigte sich ein niedrigerer familialer Zusammenhalt sowie eine eher depressive und zum Wunschdenken und Bagatellisieren tendierende Krankheitsverarbeitung der Eltern. Der ungünstigere Bewältigungsstil der Kinder und Jugendlichen ist durch eine verstärkte Rückzugstendenz und Irritierbarkeit in Verbindung mit vergleichsweise weniger Optimismus und Kompetenz sowie mit einer geringeren Compliance und einer stärkeren Suche nach sozialer Unterstützung geprägt. Es ergaben sich Hinweise für ausgeprägte Wechselwirkungen zwischen dem Bewältigungsstil von Eltern und ihren Kindern. Eine frühzeitige Identifikation von Problemfällen mit einem erhöhten psychosozialen Betreuungsbedarf ist mit den eingesetzten Meßinstrumenten möglich. Eine genauere Abbildung des in ein komplexes Bedingungsgefüge eingebetteten familialen Bewältigungsprozesses bei Krebs im Kindes- und Jugendalter muß prospektiven Längsschnittstudien mit einem multidimensionalen und multimethodalen Ansatz vorbehalten bleiben.
44 parents of pediatric oncology patients answered mailed questionnaires about their own coping and about their sick children's coping and bodily complaints during oncological therapy. Most of the families coped well from parents' view. The dominant coping style of the parents consisted of active, problem-focused coping strategies in combination with an optimistic basic attitude, maintainance of family cohesion and belief in god or search for a meaning of the illness. The children and adolescents used predominantly adaptive coping strategies. The parental problem-group with a predominantly maladaptive coping-style reported low family cohesion, high depression, high wishful thinking and minimization. The maladaptive children and adolescents were rated as more socially withdrawing, more irritable, less optimistic and competent as well as less compliant. Strong correlations were found between parents and their children's coping. Problem families with a special need for psychosocial support can early be identified by the coping questionnaires used in this study. Prospective longitudinal studies with multi-methodal and multi-perspective designs should be conducted to reach a better understanding of the familiy coping process in case of childhood and adolescence cancer.
URI: http://hdl.handle.net/20.500.11780/2366
ISSN: 0032-7034
Enthalten in den Sammlungen:Praxis der Kinderpsychologie und Kinderpsychiatrie

Dateien zu dieser Ressource:
Datei Beschreibung GrößeFormat 
47.19988_2_40853.pdf_new.pdf906,93 kBAdobe PDFÖffnen/Anzeigen


Alle Ressourcen in diesem Repository sind urheberrechtlich geschützt.