Bitte benutzen Sie diese Kennung, um auf die Ressource zu verweisen: http://hdl.handle.net/20.500.11780/2369
Titel: Trimenonkoliken als elterliche Klage in der pädiatrischen Praxis: Merkmale von Mutter und Kind
Sonstige Titel: Infantile Colic as Maternal Reason of Consulting a Pediatrician: Characteristics of Mother and Child
Autor(en): Becker, Katja
Pauli-Pott, Ursula
Beckmann, Dieter
Erscheinungsdatum: 1998
Zusammenfassung: Der Terminus Trimenonkolik (TK) beschreibt ein multifaktoriell bedingtes, 10-20% der Säuglinge unter vier Monaten betreffendes exzessives Quengel- und Schreiverhalten, das nach der Definition von Wessel et al. (1954) bei ansonsten gesunden und wohlgenährten Babys insgesamt länger als drei Stunden am Tag und an mehr als drei Tagen in der Woche auftritt. Es wird den Fragen nachgegangen, ob und inwiefern sich die Tagesabläufe der Säuglinge, deren Mütter wegen des kindlichen Schreiverhaltens einen Pädiater konsultieren, von denen "normaler" Säuglinge unterscheiden. Desweiteren werden die Mütter der Koliksäuglinge (n=25) und der Kontrollgruppe (n=25) bezüglich einiger Charakteristika der Mutter-Kind-Beziehung sowie hinsichtlich der Kausalattribution des Schreiens, des Stimulationsverhaltens und der Reaktionen verglichen. Die Mütter führten eine Woche lang Tagebuch über das Verhalten ihres Kindes, bearbeiteten Fragebogen zur sozialen Unterstützung, zu Depressivität und Erschöpfung und gaben im Rahmen eines Interviews Auskunft über Pflegebedingungen sowie eigene Gefühle und Gedanken. Innerhalb der Kolik-Gruppe ergaben sich zwei Subgruppen: eine Gruppe erfüllte die Kriterien Wessels (Wessel-Koliker; WK), die zweite umfaßte Kinder, deren Mütter zwar über das Schreiverhalten klagten, deren Kinder aber nicht mehr schrien als die Kinder der Kontrolle (Non-Wessel-Koliker; NWK). Die Kinder der gesamten Kolikgruppe wurden insgesamt mehr stimuliert als die der Kontrollgruppe, Beruhigungsversuche schlugen häufiger fehl, und die Mütter reagierten weniger prompt auf das Schreien. Die Mütter der NWK attribuieren mit dem Schreiverhalten verstärkt "Blähungen" und "Unzufriedenheit des Kindes". Hinsichtlich der Merkmale soziale Unterstützung, Depressivität und Erschöpfung ergaben sich keine Gruppenunterschiede. Es besteht die Gefahr, daß sich die Kolik auch über die ersten drei Lebensmonate hinaus nachhaltig negativ auf die Mutter-Kind-Interaktion auswirkt.
About 10-20% of infants under four months of age suffer from infantile colic (IC), an excessive screaming behaviour caused by multiple factors. Wessels et al. (1954) definition is that babies in usually good health and nutritional condition are screaming/whining more than three hours daily, more than three days weekly for no apparent reasons. The question is whether/in what way daily routines of infants concerned differ from normal infants. Mothers of colicky infants (n=25) and mothers in a control group (n=25) record characteristics of the mother/child relationship, their assumptions why the child is screaming, care and attention they provide and babies´ reactions. For seven days the mothers kept a diary about the babies behaviour and worked on questionnaires concerning social support received, depressant effects and exhaustion. Interviews about the extent of care provided as well as personal thoughts and emotions were conducted. The "colic group" formed two subgroups: one fulfilling Wessels criteria (Wessel-Koliker; WK), the other more conforming with the "control group" babies though mothers complained about screaming (Non-Wessel-Koliker; NWK). "Colic group"-babies received more attention and care (compared to the "control group" babies), attempts to calm them down frequently failed and mothers in this group reacted less promptly to their babies´ screaming. "NWK-group"-mothers strongly tend to attribute the babies screaming to "meteorism" or "discontent". No differences existed between groups concerning social support, depressant effects and exhaustion. There is a risk that the colic may negatively influence the mother/child interaction beyond three months.
URI: http://hdl.handle.net/20.500.11780/2369
ISSN: 0032-7034
Enthalten in den Sammlungen:Praxis der Kinderpsychologie und Kinderpsychiatrie

Dateien zu dieser Ressource:
Datei Beschreibung GrößeFormat 
47.19989_1_40902.pdf_new.pdf497,98 kBAdobe PDFÖffnen/Anzeigen


Alle Ressourcen in diesem Repository sind urheberrechtlich geschützt.