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Titel: Wie erleben Kinder die Suchterkrankung ihrer Eltern? Eine qualitative Studie mit Briefen von Kindern an ihre Eltern
Autor(en): Lampart, Martina
Erscheinungsdatum: 2001
Zusammenfassung: "An meinen Vater... Als ich vom nassen Brief hörte, dachte ich nur, daß ich auch schreiben wollte, schreiben wollte was mir schon seit Jahren am Herzen liegt. In der Kindheit bemerkte ich deine Sucht nicht, und du warst für mich der perfekte Vater. Bis ich anfing nachzudenken. Immer öfters hörte ich dich und Mutter streiten, glaubte es sei meine Schuld und hatte den Wunsch zu sterben um für das zu büßen was zwischen Euch schief lief...(...) Dann begriff ich, erstmals warum das alles passierte. Vater ist alkoholsüchtig... Kann er dafür, weiß er was er Mutter antut und angetan hat? Ich wußte es nicht und haßte dich dafür daß du Mutter zum Weinen brachtest..." (s. Brief 9, Anhang) Dies ist der Anfang eines Briefes, in dem ein Kind sein Erleben der Sucht des Vaters schildert. Dieser Brief soll im Verlauf dieser Diplomarbeit analysiert werden, sowie 12 weitere Briefe (s. Anhang). In dieser Studie sind alle betroffenen Eltern alkoholabhängig. Es ist inzwischen in Fachkreisen allgemein bekannt, daß nicht nur der Alkoholabhängige unter der Abhängigkeit leidet, sondern die ganze Familie von den Auswirkungen der Abhängigkeit betroffen ist (vgl. Arenz-Greiving 1998, Wegscheider 1988, Zobel 2000). Während eines Praktikums in einer Blaukreuz-Beratungsstelle und auch beim Schreiben meines Praktikumsberichts habe ich mich mit diesem Thema intensiv beschäftigt, und auch jetzt bewegt mich dieses Thema immer noch sehr. Diese Problematik, die sehr drastisch sein kann, weckte eine tiefe emotionale Betroffenheit in mir, obwohl ich von meinem sozialen Umfeld her kaum damit konfroniert worden bin. Bei meiner Literatursuche fiel mir auf, daß in Untersuchungen meist erwachsene Kinder alkoholkranker Eltern retrospektiv die Alkoholkrankheit ihrer Eltern Wie erleben Kinder die Suchterkrankung ihrer Eltern? Seite 2 und das von ihnen erlebte Familienleben schilderten (vgl. Walch-Heiden 1990, Zobel 2000) bzw. Gruppenleiter über ihre pädagogische oder therapeutische Arbeit mit Gruppen von Kindern suchtkranker Eltern berichteten (vgl. Mayer 2000, Wunsch & Wollmann 1998). Selten kommen die betroffenen Kinder selbst zu Wort (z.B. Kinderzeichnungen in Black 1988). Dabei könnten sie, wenn das Schweigen über den Alkoholismus gebrochen ist, doch besonders lebensnah darüber berichten. Deshalb freue ich mich sehr, in dieser Diplomarbeit zumindest teilweise prospektiv darüber schreiben zu können (einige Kinder sind bereits volljährig bzw. ausgezogen), wie Kinder die Suchterkrankung ihrer Eltern erleben. Ich wünsche meinen Lesern viel Anregung beim Lesen und hoffe, das Erleben dieser Kinder in ihren Familien ein wenig mehr beleuchten zu können.
URI: http://hdl.handle.net/20.500.11780/239
Enthalten in den Sammlungen:Kompetenzplattform Suchtforschung an der Katholischen Fachhochschule Nordrhein-Westfalen
PsyDok

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