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Titel: Körperliches und psychisches Befinden bei 60-70jährigen Bernerinnen und Bernern mit neurotischen Symptomen im Kindesalter - Eine Untersuchung über mehr als 50 Jahre (Emmental-Kohorte)
Sonstige Titel: Physical and Emotional Well-being in 60 to 70-Years-old Bernese Subjects with Neurotical Symptoms in Childhood – A Prospective Investigation over more than 50Years (Emmental Cohort)
Autor(en): Laederach-Hofmann, Kurt
Zundel-Funk, Anne-Marie
Dräyer, Jürg
Lauber, Patrizia
Mussgay, Lutz
Egger, Matthias
Jürgensen, Ralph
Weber, Kaspar
Erscheinungsdatum: 1999
Zusammenfassung: Die vorliegende Studie wurde mit der Absicht durchgeführt, zu ermitteln, welche Kindheitsvariablen in einer schweizerischen Population aus ländlicher Gegend für spätere Beschwerden (psychische und somatische) eine bedeutsame Rolle spielen. Die Arbeit ist die erste schweizerische prospektive Kohortenstudie mit einer Laufzeit von mehr als 50 Jahren an einer Population von 1537 Kindern, die 1942 (T1) wegen schulischen Auffälligkeiten untersucht worden sind. Fünfzig Jahre später (1995, T2) konnten 60% der ursprünglichen Teilnehmer 5 der Studie nachuntersucht werden. Die Erhebungsinstrumente mußten, da sich die Methodik über die Jahre erheblich geän- dert hat, von einem mehr nosologisch-orientierten Zugang zu einer phänomenologi- schen Sichtweise überführt werden. Zum Zeitpunkt T2 haben wir eine größere Anzahl Probanden gefunden, die zu T1 als eher intelligent beurteilt worden sind. Geantwor- tet haben zu T2 mehr solche Personen, die zu T1 sozial höher stehend, ängstlicher und intelligenter beurteilt wurden, sowie solche mit einem höheren Grad an damali- gen psychosozialen Beeinträchtigungen. Die erfragte Einkommensklasse zu T2 ist mit dem Sozialstatus zu T1 direkt korreliert. Gestorben sind bis zum Zeitpunkt T2 mehr Personen, die zu T1 als weniger intelligent, weniger neurotisch und mit höherer psy- chosozialer Beeinträchtigung beurteilt wurden. Zudem sind zwischen T1 und T2 doppelt soviel Männer verstorben wie Frauen. Zwischen der heutigen Gefühlslage, Wohlbefinden und körperlichen Beschwerden (T2) läßt sich eine indirekte signifikante Korrelation zu neurotischen Symptomen in der Kindheit nachweisen (T1). Je intelli- genter die Kinder beurteilt wurden (T1), desto besser fühlen sie sich 50 Jahre später in bezug auf Gefühlslage, Beschwerden und Wohlbefinden. Zudem läßt sich eine in- verse Korrelation zwischen sozialem Milieu (T1) und der Häufigkeit an somatischen und psychischen Beschwerden (T2) nachweisen. Anhand der Untersuchung läßt sich für die wichtigsten Faktoren belegen, daß ein signifikanter Zusammenhang zwischen Kindheitsvariablen und dem aktuellen Status im Erwachsenenleben bis 50 Jahre spä- ter nachweisbar ist.
The present study was undertaken to assess the influence of childhood variables (physical and emotional) to later well-being in a group of rural Swiss (Emmental Cohort). Our study is the first prospective cohort over a time period of more than 50 years. It includes 1537 children who were listed and assessed in 1942 (T1) because they had difficulties in school or were otherwise behaviorally disturbed. In 1995 (T2) more than 60% of the initial population could be reassessed by our study group. We found more subjects at T2 who had been rated as intelligent at T1. More subjects responding to T2 belonged to a higher social class, were more anxious, and had more psychosocial problems at T1. Social income at T2 is correlated to the social class at T1. More subjects have died since who were rated at T1 as being less intelligent, less neurotical, and having higher psychosocial problems. Twice as many men died than women. The emotional situation at T2 is significantly correlated to psychological well-being at T1. The somatic complaints at T2 correlate significantly to neurotic symptoms in childhood (T1). The more intelligent the children were rated at T1, the less emotional and somatic complaints were voiced at T2 and the better the psychic well-being was rated (T2). In addition, the former social milieu (T1) significantly determined somatic and psychological complaints at T2. Our data discern a significant correlation between actual status and former childhood variables more than 50 years later in a rural Swiss cohort (Emmental Cohort).
URI: http://hdl.handle.net/20.500.11780/2452
ISSN: 0032-7034
Enthalten in den Sammlungen:Praxis der Kinderpsychologie und Kinderpsychiatrie

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