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Titel: Psychische Störungen bei stationär behandelten Kindern mediterraner Migrantenfamilien
Sonstige Titel: Psychiatric disorders in young offsprings from parents of Mediterranean origin treated as inpatients
Autor(en): Storch, Günter
Poustka, Fritz
Erscheinungsdatum: 2000
Zusammenfassung: Vom 1.1.1988 bis 31.12.1992 wurden in der Klinik Rheinhöhe insgesamt 928 statio- näre Aufnahmen dokumentiert. Die Rheinhöhe erfüllte den stationären Versorgungs- auftrag für die vier südhessischen Sektoren Rheingau, Main-Taunus-Kreis, Wiesbaden und einem Teil von Frankfurt/M. Die Inanspruchnahme durch mediterrane Patienten war in Relation zu den Bevölkerungsanteilen nicht repräsentativ, aber ausgeprägter als in früheren Untersuchungen. Es fand sich ein deutlicher Unterschied zwischen Kindern und Jugendlichen. Die Verteilung nach Geschlecht zeigte insgesamt eine nur schwache Jungenwendigkeit (1,2:1). Um diese Unterschiede aufzuklären, wurden 163 mediter- rane Patienten mit einer deutschen Kontrollgruppe anhand der vier Merkmale Alter, Geschlecht, Schulbildung und soziale Schichtzugehörigkeit parallelisiert (jeweils 74 Mädchen und 89 Jungen). Ferner wurden die mediterranen Patienten in kurzzeitlich- versus langzeitlich-assimilierte Kinder/Jugendliche unterschieden. Es fand sich eine si- gnifikante Häufung von psychotischen Störungen bei den mediterranen Episoden, aufgrund eines hohen Anteils von Psychosen unter den kurzzeitlich assimilierten Pa- tienten. Externalisierende Störungen fanden sich bei den langzeitlich-assimilierten und bei den deutschen Patienten signifikant häufiger als bei den kurzzeitlich-asssimi- lierten mediterranen Patienten. Suicidversuch als Einweisungsgrund war bei den me- diterranen Mädchen signifikant häufiger als bei den deutschen Mädchen. Bedeutsame Unterschiede in den untersuchten Inanspruchnahmepopulationen sind nach wie vor zu erkennen; ihre Bedeutung ist unklar und für Versorgungsfragen beachtenswert.
From 1.1.1988 to 31.12.1992 928 inpatients at the child- and adolescent psychiatric clinic "Rheinhöhe" were recorded and studied. At that time the service area for this clinic for psy- chiatric care contained mixed rural/urban localities of four Southhessian sectors including a part of Frankfurt/M. The number of inpatients of Mediterranean origin in relation to German inpatients were significantly lower than expected but higher compared with earlier studies. The pattern of psychiatric disorders differed also in these two populations. The distribution according to sexes showed an moderate higher male rate for both groups (1,2:1). To study the differences in detail, 163 Mediterranean and German patients were matched according to age, gender, school education and SES and subsequently the Mediterranean patients were divided into those with a short- vs. a long-term-assimilation experience. As a result the significant higher rate of psychotic disorders among the Mediterranean treated inpatients counted for the different patterns, especially among the short-term assimilated patients. On the other hand, externalising disorders were found to be significantly higher among the longterm assimilated Mediterranean inpatients but also among the German inpatients in contrast to the short-term assimilated migrant inpatients from the Mediterranean regions. Suicidal attempts were significantly more frequent among the Mediterranean girls than among their German counterparts. Thus key differences for utilising inpatient services remained; the reasons accounting for these dissimilarities are questionable and noteworthy for psychiatric care.
URI: http://hdl.handle.net/20.500.11780/2470
ISSN: 0032-7034
Enthalten in den Sammlungen:Praxis der Kinderpsychologie und Kinderpsychiatrie

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