Bitte benutzen Sie diese Kennung, um auf die Ressource zu verweisen: http://hdl.handle.net/20.500.11780/2485
Titel: Auswirkungen deutlich erhöhter Geburtsrisiken auf den Entwicklungsstand im Jugendalter
Sonstige Titel: The effect of severe perinatal complications on the development at youth
Autor(en): Bäcker, Andreas
Pauli-Pott, Ursula
Neuhäuser, Gerhard
Beckmann, Dieter
Erscheinungsdatum: 2000
Zusammenfassung: In einer 13-Jahres-Katamnese an 50 Jugendlichen mit einem deutlich erhöhten perinatalen Entwicklungsrisiko werden gesundheitliche Beeinträchtigungen, Leistungs und Verhaltensstörungen sowie selektive Stichprobenverluste untersucht. Es finden sich in Übereinstimmung mit den Ergebnissen anderer prospektiver Studien noch im Jugendalter folgende Entwicklungsauffälligkeiten: durchschnittlich vermehrt visumotorische Defizite; häufig körperliche Beschwerden, Symptome sozialen Rückzugs und Aufmerksamkeitsschwächen; zudem ein geringerer Schulerfolg, d.h. eine erhöhte Zahl von Sonderschülern. Es bestehen prädikative Zusammenhänge zwischen Risikofaktoren der Geburtszeit und der Entwicklung bis zum Jugendalter. Ein komplexes Maß für das perinatale medizinische Gesamtrisiko, die Geburtsoptimalität, bietet gegenüber typischen Einzelrisiken wie dem Gestationsalter ("Frühgeburt") und Vorlie- gen eines Atemnotsyndroms keinen wesentlichen prognostischen Vorteil. Ein signif- kanter Einfluß sozialer Faktoren läßt sich für den Schulerfolg belegen. Kinder von Vätern mit höherem Schulabschluß besuchen Schulen mit höherem Leistungsniveau. Die Kombination von biologischen und sozialen Prädiktoren erhöht die Genauigkeit der Entwicklungsvorhersage. Eine Diagnostik mit dem Mental Development Index des Bayleytests im 12. Lebensmonat bietet zusätzliche prognostische Sicherheit. Um Ent- wicklungsnachteile auszugleichen, sollten vor allem Eltern mit geringem Bildungsni- veau über entwicklungsförderliches Verhalten aufgeklärt werden und insbesondere Kinder dieser Familien, die in frühen entwicklungsdiagnostischen Untersuchungen re- lativ ungünstige Werte erreichen, spezielle pädagogische Frühförderung oder thera- peutische Unterstützung erhalten.
In a 13-years-catamnesis a sample of 50 children with severe perinatal risks was assessed with regard to their physical, cognitive and behavioral development; selective drop-outs were analysed. In accordance with the results of other prospective studies there are deficits in visual motor functioning, higher rates of somatic complaints, social withdrawal and attention deficits; a large number of these children attend special schools. The study presents predicative relations between risk factors of birthtime and the developmental status at youth. In comparison with typical single risks (e.g. gestational age or respiratory distress syndrome) a complex index for the perinatal risk, the so-called birth-optimality offers no substantial advantage. A significant influence of social factors is shown for school achievement. Children of fathers with higher educational level are attending schools of a higher grade. The combination of biological and social factors improves the reliability of developmental prognosis; the Mental Developmental Index of the Bayley Scales of Infant Development provides additional prognostic accuracy. For compensating developmental disadvantages especially parents with lower educational level should be informed about beneficial care. Even children of these families, who scored low in early cognitive assessments should receive early intervention or therapeutic support.
URI: http://hdl.handle.net/20.500.11780/2485
ISSN: 0032-7034
Enthalten in den Sammlungen:Praxis der Kinderpsychologie und Kinderpsychiatrie

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