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Titel: "Baby-Lese-Stunden" für Eltern mit exzessiv schreienden Säuglingen - das Konzept der "angeleiteten Eltern-Säuglings-Übungssitzungen"
Sonstige Titel: “Reading a baby” – “Guided parent-infant-training sessions” for parents with excessively crying babies
Autor(en): Barth, Renate
Erscheinungsdatum: 2000
Zusammenfassung: Neuere Untersuchungen lassen eine Dysregulation der Schlaf-Wach-Organisation bei exzessiv schreienden Säuglingen ("3-Monats-Koliken") vermuten. Ein für Interventionen bedeutsames Ergebnis besteht darin, daß die Schreiattacken zeitlich mit Schlafdefiziten korrespondieren. Es handelt sich also häufig um müde Babys, denen es schwerfällt, einzuschlafen bzw. über einen längeren Zeitraum durchzuschlafen. Obwohl die Schlaf-Wach-Regulation auch Reifungsprozesse reflektiert, ist sie doch durch präverbale Kommunikationsprozesse beeinflußbar. Eltern sehen das Schreien ihrer Kinder nur selten in dem skizzierten Zusammenhang, sondern gehen von unangemessenen Ursachenzuschreibungen (wie "Blähungen") aus oder haben gar keine Vermutung, warum ihr Baby soviel weint. Dies macht es ihnen nahezu unmöglich, effektive Beruhigungsstrategien zu entwickeln, und das Baby bekommt keine adäquate Antwort auf seine Mitteilungen. In dieser Arbeit soll der speziell für Eltern mit exzessiv schreienden Säuglingen in der Hamburger Beratungsstelle "MenschensKind" entwickelte Behandlungsansatz der "angeleiteten Eltern-Säuglings-Übungssitzungen", Eltern gegenüber "Baby-Lese-Stunden" genannt, dargestellt werden. Das Ziel dieses Ansatzes besteht darin, den Eltern zu helfen, die Signale ihres Kindes entwicklungspsychologisch angemessen zu interpretieren und zu beantworten. Dazu werden sie zu einer Zeit einbestellt, in der die Wahrscheinlichkeit, daß das Kind schreit, hoch ist. So können sie im Kontext einer therapeutischen Beziehung im Hier-und-Jetzt die Erfahrung machen, daß sie in der Lage sind, ihr zuvor als unstillbar schreiend wahrgenommenes Baby selbst zu beruhigen.
New findings indicate that persistent crying (infantile "colic") may be closely interlinked with regulatory difficulties in the organization of sleep and waking states and in sustaining prolonged episodes of uninterrupted sleep. It has been shown that preverbal communication plays a significant role in the regulation of infant states and in the prevention of infantile persistent crying. However, parents are usually unaware of these explanations, and tend to attribute the crying to inappropriate causes or have no understanding at all about why their child cries so much. Therefore, the baby's signals are not answered in an effective way. In this article "guided parent-infant-training sessions", a new treatment method for parents with excessively crying babies, will be introduced. It is the goal of this approach to help parents to improve the "reading" of their childs signals and to act according to the baby's needs. In order to provide an opportunity for training, parents are given their appointment at a time, when it is most likely for the child to cry. In the context of a therapeutic relationship they may be experiencing for the first time calming a baby they previously thought to be inconsolable.
URI: http://hdl.handle.net/20.500.11780/2499
ISSN: 0032-7034
Enthalten in den Sammlungen:Praxis der Kinderpsychologie und Kinderpsychiatrie

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