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Titel: Frühe Ausdrucksformen und Transmissionsmechanismen mütterlicher Traumatisierungen innerhalb der Mutter-Säuglings-Interaktion
Sonstige Titel: Early appearance and intergenerational transmission of maternal traumatic experiences in the context of mother-infant-interaction
Autor(en): Möhler, Eva
Resch, Franz
Erscheinungsdatum: 2000
Zusammenfassung: Ein neun Wochen altes Mädchen wurde von seiner Mutter aufgrund "unerträglicher hysterischer Anfälle" vorgestellt, welche mütterliche Mißhandlungsimpulse mit bedrohlichen Durchbruchstendenzen auslösten. In projektiver Wahrnehmungsverzerrung sah die Mutter in ihrem schreienden Kind die eigene, intrusiv-traumatisierende Mutter und erlebte es auf mehreren Ebenen als gefährlich. So empfand sie motorische Regungen des Säuglings als physisch aggressive, gegen sie selbst gerichtete Übergriffe und äußerte Ängste, in wenigen Jahren vom aggressiven Potential ihres Kindes überwältigt zu werden. Eine weitere Befürchtung der Mutter galt der von ihr erlebten fordernden Unersättlichkeit des Säuglings. Auch neutrale vokale Äußerungen ihres Kindes erlebte die Mutter mitunter als manipulativ, sadistisch und gierig. Sie begegnete ihnen mit einem rigiden Regelkorsett, dessen Einhaltung auch durch den Vater und die Großmutter des Kindes sie mißtrauisch überwachte. Ein flexibles Eingehen auf die Bedürfnisse des Kindes erweckte in der Mutter Ängste, das Kind könne aufgrund von Verwöhnung eine sie überwältigende Gier entwickeln. Der Hintergrund einer hochambivalenten Beziehung von Frau L. zur eigenen, versagend und traumatisierend erlebten, aber mitunter auch sehr idealisierten Mutter wird beleuchtet und auf die aktuelle Literatur bezogen, um Erscheinungsformen und Mechanismen multipler Traumatisierungen innerhalb der frühen Mutter-Kind-Beziehung darzustellen und Behandlungsansätze auf dem Hintergrund von protektiven sowie Risikofaktoren zu schildern.
At the age of 9 weeks a girl was presented by her mother because of intolerable hysterical attacks' triggering maternal impulses of abuse. Maternal perception of her infant was distorted to the extent that the mother was reexperiencing encounters with her own intrusive and traumatizing mother in the face of her screaming child. She also perceived the infant's motor impulses as physical transgressions against herself and expressed intense anxieties about her daughter's future aggressive potential. The infant was viewed by her mother as extraordinarily and dangerously greedy. Even neutral infantile vocalizations were perceived as manipulating and sadistic. She tried to ward off these anxieties by employing a rigid scheme of rules and obsessively controlling the father's and grandmother's interaction with the child. The mother feared to be overwhelmed by the infant's needs if she'd yield to them in a flexible way. A background of early neglect and trauma experienced by the mother is illustrated considering recent literature about early intergenerational transmission of traumatic experiences in order to demonstrate treatment modalities in view of protective and risk factors.
URI: http://hdl.handle.net/20.500.11780/2500
ISSN: 0032-7034
Enthalten in den Sammlungen:Praxis der Kinderpsychologie und Kinderpsychiatrie

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