Bitte benutzen Sie diese Kennung, um auf die Ressource zu verweisen: http://hdl.handle.net/20.500.11780/252
Titel: Auswirkungen des Passivrauchens auf die Entwicklung von Kleinkindern
Autor(en): Hufschmidt, Helga
Erscheinungsdatum: 2002
Zusammenfassung: Solange Tabakwaren konsumiert werden, existiert auch das Problem des Passivrauchens. Empfanden früher Nichtraucher den Rauch hauptsächlich als Belästigung, so sind heute auch die gesundheitlichen Auswirkungen ein bedeutender Faktor. Für die Arbeitswelt gelten bereits Verordnungen, um Arbeitnehmer vor dem unfreiwilligen Mitrauchen zu schützen. Grundlage hierfür sind Erkenntnisse über die Zusammensetzung der Schadstoffe des exhalierten Rauches und des verglimmenden Tabaks (Nebenstromrauch). Im privaten Bereich ist man auf die Rücksichtnahme der Raucher angewiesen. Ziel dieser Arbeit ist es, den Fokus des Passivrauchens auf die Gruppe der Kleinkinder zu richten. Für die nächste Umgebung der Kinder gibt es keine gesetzlichen Regelungen zum Schutz vor Passivrauchen. Ob dies notwendig ist, soll mit Hilfe folgender Fragestellungen nachgegangen werden: Wie verhalten sich rauchende Eltern gegenüber ihren Kindern zu Hause oder im Auto? Nehmen sie Rücksicht und vermeiden sie den Tabakkonsum in der Wohnung? Wissen sie, dass Passivrauchen ihren Kindern schadet? Sind Ihre Kinder häufiger krank als Kinder in Nichtraucherhaushalten? Oder stellen die Eltern bei ihren Kindern andere Auffälligkeiten fest? Hat Passivrauchen kurz- oder langfristig Auswirkungen auf ihre kindliche Entwicklung? Die Beantwortung dieser Fragen kann möglicherweise Aufschluss geben, in wie weit der soziale Hintergrund der Eltern (z.B. niedriger Bildungsabschluss) ein Einflussfaktor darstellt, der sich auf die Entwicklung von Kleinkindern auswirken kann. Weiterhin soll aufgezeigt werden, ob es eine gesundheitliche Ungleichheit zwischen Tabakrauch exponierten und nichtexponierten Kindern gibt oder nicht. Aus der Literatur kann man entnehmen, dass gesicherte Daten über die Auswirkungen des Passivrauchens bei Kleinkindern vorliegen. Kinderärzte und Kinderkliniken warnen aufgrund von Studien vor Gefahren, wenn Kinder dem Tabakrauch exponiert sind. Zur Klärung der Fragen wird wie folgt vorgegangen: Im theoretischen Teil (II) werden die Hintergründe des Tabakkonsums und den sich daraus ergebenden Auswirkungen beschrieben. So wird zunächst die Droge Tabak vorgestellt. Es soll ein Eindruck vermittelt werden, warum sie in unserer Gesellschaft einen relativ hohen Stellenwert besitzt. Hierfür werden die kulturhistorischen Zusammenhänge, die pharmakologischen Eigenschaften des Nikotins, Definitionen der Abhängigkeit, psychosoziale Erklärungsmodelle sowie Präventionsansätze aufgezeigt. Daran anschließend wird auf das Passivrauchen eingegangen, Definitionen aufgeführt und Auswirkungen für mögliche somatische Erkrankungen oder andere Auffälligkeiten dargestellt. Das daran folgende Kapitel geht auf die Entwicklungsvoraussetzungen ein und welche Folgen Störungen auf die weitere Entwicklung haben können; teilweise werden Hintergründe ausführlicher vorgestellt. Der rechtliche Anspruch des Kindes auf eine ungefährdete Entwicklung wird hier auch kurz aufgezeigt. Im praktischen Teil wird die empirische Untersuchung vorgestellt, Hypothesen dargelegt. Es folgen die Untersuchungsdurchführung, Ergebnisdarstellung, Interpretation, Hypothesenüberprüfung sowie Konsequenzen, z.B. hinsichtlich der Prävention und neue Fragestellungen. Eine persönliche Stellungnahme bildet den Abschluss der Arbeit. An dieser Stelle soll darauf hingewiesen werden, dass das Verhalten der rauchenden Eltern nicht "verteufelt" werden soll. Das ist nicht das Anliegen dieser Untersuchung. In Deutschland haben wir eine demokratische Drogen- und Suchtpolitik (vgl. HURRELMANN, 2000, S.:455). Der Gebrauch von psychoaktiven Substanzen liegt in der Entscheidung des Bürgers. Das Rauchen hat in unserer Gesellschaft eine so hohe Akzeptanz und wird auch von staatlicher Seite nur wenig restringiert, so dass man Eltern allein nicht verurteilen oder stigmatisieren sollte. Auch einen persönlichen Konflikt sollte man mit dem Raucher vermeiden. Er weiß meistens selbst, dass er andere schädigt. Vielmehr sollte man die Konsumenten und in besonderer Weise die Eltern als Partner gewinnen und durch ein Angebot an geeigneten Maßnahmen sie vom Tabakkonsum abbringen, um ihren Kindern eine Rauchexposition zu ersparen.
URI: http://hdl.handle.net/20.500.11780/252
Enthalten in den Sammlungen:Kompetenzplattform Suchtforschung an der Katholischen Fachhochschule Nordrhein-Westfalen
PsyDok

Dateien zu dieser Ressource:
Datei Beschreibung GrößeFormat 
HHufschmidt.pdf242,74 kBAdobe PDFÖffnen/Anzeigen


Alle Ressourcen in diesem Repository sind urheberrechtlich geschützt.