Bitte benutzen Sie diese Kennung, um auf die Ressource zu verweisen: http://hdl.handle.net/20.500.11780/2523
Titel: Gesprächsmanagement bei gesunden, neurotischen und schizophrenen Jugendlichen
Sonstige Titel: Characteristics of communication of schizophrenic, neurotic, and healthy adolescents
Autor(en): Wiemer, Petra
Bunk, Detlef
Eggers, Christian
Erscheinungsdatum: 2001
Zusammenfassung: Zahlreiche Autoren gehen davon aus, daß Schizophrene ihre Äußerungen häufig nicht nach den Bedürfnissen des Hörers gestalten. Erstaunlicherweise ist die Zahl empirischer Sprachanalysen bei schizophrenen Patienten im Bereich der Kinder- und Jugendpsychiatrie sehr gering. Die Protokolle verbalen und nonverbalen Kommunikationsverhaltens aus einem Problemlöseexperiment mit schizophrenen, neurotischen und gesunden Jugendlichen (je n=10) wurden mit einer Inhaltsanalyse ausgewertet. Mehrere sprachliche Variablen wurden als Indikatoren für das Gesprächsmanagement (GM) und mögliche Kommunikatonsstörungen (KS) analysiert: Erstens Sprecher- und Hörersignale (Äußerungen des Sprechers oder Hörers mit dialogsteuernder und -erhaltender Funktion), Blickkontakt sowie gestischer Kontakt zum Versuchsleiter (Vl) als Zeichen für das Gesprächsmanagement (GM), zweitens artikulatorisch unverständliche Äußerungen der Versuchsperson (Vp) und Selektion (Nichtberücksichtigung von Redebeiträgen des Sprechers durch den Hörer) als Anzeichen für Kommunikationsstörungen (KS). Neurotische Versuchspersonen gebrauchen signifikant die meisten Sprechersignale. Der Versuchsleiter verwendet in Dialogen mit neurotischen und schizophrenen Versuchspersonen signifikant mehr Hörersignale als bei gesunden Versuchspersonen. Bei neurotischen Versuchspersonen benutzt er zudem signifikant mehr Sprechersignale als bei gesunden. Schizophrene Versuchspersonen mißachten tendentiell häufiger als gesunde die Redebeiträge des Gesprächspartners. Auch der Versuchsleiter übergeht bei schizophrenen die Redebeiträge häufiger als bei gesunden Versuchspersonen. Obwohl für den Versuchsleiter die kommunikative Rolle sehr restriktiv definiert worden war, nahm die Intensität der Kommunikation in Versuchssituationen mit neurotischen Versuchspersonen zu. Die Kommunikation in der Gruppe der schizophenen Versuchspersonen war durch häufige Kommunikationsstörungen charakterisiert, da sie häufig die Gesprächsbeiträge des Versuchsleiters mißachteten.
Research on communication skills in psychotic patients demonstrates that in dialogues schizophrenics neglect the needs of the listener. There are only few linguistic studies which investigate the speech of schizophrenic children and adolescents. The verbal and non-verbal communication of schizophrenic, neurotic, and healthy adolescents during a problem solving situation was transcribed and compared by a content analysis. The transripts were screened for dialogue control and communication disturbance of verbal/nonverbal activities of the speaker and listener: Dialogue control was defined by the variables signals of the speaker or signals of hearer and eye or body contact of the test person to the experimenter. Communication disturbance was defined as the amount of incomprehensible articulation and selections. Neurotic test persons produce the highest signals of speaker rate. In dialogues with neurotic and schizophrenic test persons the experimenter uses more signals of hearer than in dialogues with healthy test persons. In dialogues with neurotic test persons the experimenter shows more signals of the speaker than in dialogues with healthy test persons. Schizophrenics neglect more often the statements of the experimenter than in other dialogues and vice versa. Although the experimenter was instructed to restricted verbal behavior the communication intensifyed in the neurotic group. The communication in the schizophrenic group was characterized by frequent communication disturbance.
URI: http://hdl.handle.net/20.500.11780/2523
ISSN: 0032-7034
Enthalten in den Sammlungen:Praxis der Kinderpsychologie und Kinderpsychiatrie

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