Bitte benutzen Sie diese Kennung, um auf die Ressource zu verweisen: http://hdl.handle.net/20.500.11780/2557
Titel: Geschwisterbeziehungen zwischen Individuation und Verbundenheit: Versuch einer Konzeptualisierung
Sonstige Titel: Sibling relationships between individuation and conectedness: A conceptualization
Autor(en): Seiffge-Krenke, Inge
Erscheinungsdatum: 2001
Zusammenfassung: Im folgenden Beitrag geht es um die Konzeptualisierung von Geschwisterbeziehungen. Obwohl sie zu den intensivsten und am längsten andauernden zwischenmenschlichen Beziehungen zählen, sind sie nicht so häufig Gegenstand empirischer Untersuchungen in der Psychologie und der Familienforschung gewesen. Die starke Konzentration auf die Mutter bzw. die Eltern verhinderte eine angemessene Konzeptualisierung. In diesem Beitrag wird versucht, die Bedeutung von Geschwistern füreinander und für den Familienverband genauer zu konzeptualisieren. Charakteristische Funktionen von Geschwistern, etwa im Sinne der sozialen Unterstützung und der Unterrichtung, werden dargestellt, aber auch die Funktion von Geschwistern als Objekt von Feindseligkeit, Aggression und erotischer Anziehung. Häufige Qualitäten von Geschwisterbeziehungen, wie etwa Neid, Rivalität, Ähnlichkeit und Differenz werden herausgearbeitet. Zum Schluß wird darauf hingewiesen, daß die Qualität der Geschwisterbeziehungen einem Wandel unterliegt, bei dem im Lauf des Lebens eine unterschiedliche Balance zwischen Individuation und Verbundenheit gefunden werden muß. Dies macht sich u.a. daran fest, daß es im Jugendalter in Geschwisterbeziehungen - ähnlich wie in den Beziehungen zu den Eltern -zu einer Ablösung kommt.
Although sibling relationships can be considered as one of the most durable and intensive relationships, not much research in developmental psychology and family research has been done on this issue. The strong focus on parents, more specifically on mothers, stood in the way of adequate conceptualization and understanding of the function and contribution of siblings to individual development and family interaction. In this contribution a conceptualization of sibling relationships is presented. Siblings as objects of aggressive and sexual feelings as well as the function of siblings in the family system, for example, as parentification and negative identity is emphasized. In addition, the different qualities of sibling relationships, for example, envy, rivalry, similarity, and difference, are emphasized. The function of siblings as love objects is stressed, and the role of siblings as support as well as teaching object is illustrated. Finally, it is emphasized that, similar to relationships between parents and child, the quality of sibling relationships changed over time and leads, for example, to a detachment between sibling relationships during adolescence.
URI: http://hdl.handle.net/20.500.11780/2557
ISSN: 0032-7034
Enthalten in den Sammlungen:Praxis der Kinderpsychologie und Kinderpsychiatrie

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