Bitte benutzen Sie diese Kennung, um auf die Ressource zu verweisen: http://hdl.handle.net/20.500.11780/2559
Titel: Geschwisterbeziehungen in der Verarbeitung sexueller Traumatisierung: Der Film "Das Fest"
Sonstige Titel: Sibling relationships in coping with sexual traumatization; The movie: “The Celebration”
Autor(en): Sohni, Hans
Erscheinungsdatum: 2001
Zusammenfassung: Filme reizen als Gegenstand psychoanalytischer Kunstinterpretation durch ihre strukturelle Nähe zum "szenischen Verstehen" und bereichern unsere Einsicht in menschliche Beziehungen. Der Film "Das Fest" lohnt wegen seiner besonderen ästhetischen Form und wegen seiner Aussage zur Geschwisterbeziehung. Nach filmjournalistischer Einschätzung zeigt er die Demontage der bürgerlichen Gesellschaft und die Reinszenierung destruktiver Gewalt. In der Interpretation dieses Beitrags führt der Film dagegen aus der intergenerationalen Weitergabe von Gewalt heraus und unterscheidet sich darin von zahlreichen aktuellen Geschwisterfilmen. Dieser Prozeß einer konstruktiven Entwicklung in den wechselseitigen Beziehungen zwischen vier Geschwistern wird dargestellt und in der formalen Struktur des Films aufgezeigt. Anhand der Gegenübertragung und unserer "Sehgewohnheiten" wird erörtert, warum diese Entwicklung übersehen werden kann. Der Film zeigt weder eine geschwisterliche Fixierung noch eine Idealisierung der Geschwisterliebe als regressivem, zeitlosem Topos, sondern einen horizontalen Beziehungsprozeß. Dieser ist offen zu Partnern hin und erlaubt eine versöhnliche Haltung gegenüber den Eltern. Der Film vermag diesen Prozeß unter der Hypothek intergenerationaler Gewalt schlüssig darzustellen und bereichert in seiner Kreativität unser Bild von Geschwisterlichkeit.
Movies appeal as a subject of psychoanalyrical art interpretation due to their structural closeness to "scenical understanding" and enrich our Insight into human relationships. The movie Das Pest is worth seeing because of its particular aesthetic form and because of its message about sibling relationships. According to the assessment of film journalists the movie shows the dismantling of middle class society and the reinscenation of destructive violence. In this author's interpretation, however, the movie leads out of passing violence on through the generations and herein differs from numerous current movies about siblings. The movie Is about the process of a constructive development In the reciprocal relationships between four siblings and shows this in the formal structure of a film, With countertransference and our "viewing habits" the author discusses why this development could be overlooked. The movie shows neither a sibling fixation nor an idealization of sibling love as a regressive, timeless topos, but rather a horizontal relationship process, This is open towards partners and allows for a conciliatory attitude towards the parents. The movie is able to show this process conclusively under the burden of intergenerational violence and in its creativity enriches our image of sibling relationships.
URI: http://hdl.handle.net/20.500.11780/2559
ISSN: 0032-7034
Enthalten in den Sammlungen:Praxis der Kinderpsychologie und Kinderpsychiatrie

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