Bitte benutzen Sie diese Kennung, um auf die Ressource zu verweisen: http://hdl.handle.net/20.500.11780/2572
Titel: Kurze videounterstützte Verhaltensbeobachtung von Blickkontakt, Gesichtsausdruck und Motorik zur Diagnostik des Aufmerksamkeitsdefizit/ Hyperaktivitätssyndroms (ADHS)
Sonstige Titel: Video assisted observation of visual attention, facial expression, and motor skills forthe diagnosis of attention deficit/hyperactivity disorder (ADHD)
Autor(en): Kühle, Hans-Jürgen
Hoch, Christiane
Rautzenberg, Petra
Jansen, Fritz
Erscheinungsdatum: 2001
Zusammenfassung: Welchen Beitrag kann die direkte Verhaltensbeobachtung zur Diagnose des ADHS leisten? Gibt es bedeutungsvolle Merkmale und werden sie auch in kurzdauernden Situationen sichtbar? Zur Klärung dieser Fragen wurden 20 Kinder von 6-10 Jahren, bei denen ein ADHS nach Anamnese, Verhaltensbeobachtung und kinderpsychiatrischer Untersuchung auch nach den Kriterien des DSM-IV gesichert war, und 20 unausgesuchte Kinder gleichen Alters mit unkomplizierten Atemwegsinfekten während eines Kartenspiels und während des Lösens von Kopfrechenaufgaben mit einem Elternteil auf Video aufgenommen. Die Minuten 2 und 3 der Spiel- und die Minuten 3 und 4 der Anforderungssituation wurden randomisiert. Zwei unabhängige Rater beurteilten die Häufigkeit von Blickkontaktabbrüchen, verändertem Gesichtsausdruck, gestörten Bewegungsabläufen und Veränderungen der motorischen Aktivität. Die Rater kannten die Kinder nicht und waren acht Stunden lang an Videomaterial im Erkennen der Verhaltensmerkmale trainiert worden. Blickkontaktabbrüche waren das häufigste ADHS-Merkmal. Bei hohen (r >.75) Interraterkorrelationen für 8 von 22 und mittleren (r >.6) für weitere 9 Merkmale waren die Unterschiede in der Häufigkeit der Merkmale in ADHS- und Kontrollgruppe ebenfalls für 10 der 22 Merkmale hochsignifikant (a=0.01 im U-Test nach Mann u. Whitney), vier weitere waren signifikant unterschieden (a=0.05). Hochsignifikant unterschieden sich die Gruppen bezüglich der Merkmale Blickkontaktabbrüche, überdimensionierter und nicht zeitgerechter mimischer Kommentar und in verschiedenen motorischen Parametern. Die Zuordnung zur Gruppe der ADHS-Patienten oder der Nichtbetroffenen erfolgte mit einer Sensitivität und Spezifität von 80%. Das Verschwinden oder Persistieren dieser Auffälligkeiten unter verschiedenen Stimulantienmengen kann zur Dosisfindung genutzt werden.
Can video assisted observation of visual attention, facial expression and motor skills contribute to the diagnosis of attention deficit/ hyperactivity disorder (ADHD)? 20 children from 6 to 10 years of age, diagnosed for ADHD following the DSM-IV criteria, and an age and sex matched control group of 20 children with harmless upper airway infections were filmed during 3 minutes playing cards with their mothers and 7 minutes of oral arithmetic exercises. Two persons were trained for eight hours in recognizing 22 signs for visual attention loss, alterated facial expression like oversized and sustained smile and abnormal motor skills in ADHD-patient videos. Then they viewed minutes 2 and 3 and 3 and 4 of the 40 children in a randomized sequence and scored the signs. 8 of the 22 signs showed high (r>.75) and 9 showed medium (r>.6) interrater correlations. The presence of signs in the ADHD and in the control group was highly significantly different (a=0.01, U-Test of Mann and Whitney) for 10 of the 22 signs and significantly different for other 4 signs (a=0.05). The four field table comparision between the frequency of the signs showed correct positioning in 80% of all cases. The loss of visual attention was the most frequent sign in ADHD children. The signs of alterated facial expression were also among the highly correlated signs. These are used by us to find the individual dose for stimulant medication.
URI: http://hdl.handle.net/20.500.11780/2572
ISSN: 0032-7034
Enthalten in den Sammlungen:Praxis der Kinderpsychologie und Kinderpsychiatrie

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