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Titel: Von der Diagnose zur Entscheidung - Entscheidungsprozesse von Frauen im Kontext pränataler Diagnostik
Sonstige Titel: From diagnosis to decision – Decision making processes of women in context of prenatal diagnosis
Autor(en): Baldus, Marion
Erscheinungsdatum: 2001
Zusammenfassung: Pränataldiagnostik ist eine Wachstumsindustrie mit ständig neu auf den Markt drängenden Testverfahren. Eine neue Dimension des Screenings speziell nach dem DownSyndrom wurde mit der Einführung des Nacken-Transparenz-Ultraschalls in die Mutterschaftsrichtlinien erreicht. Kombiniert mit frühen Serumuntersuchungen und einer computerunterstützten Risikoberechnung prognostizieren Testentwickler dem neuen Verfahren eine "Entdeckungsrate" von 90%. Die Angst vor einem Kind mit Behinderung geht dabei mit den wirtschaftlichen Interessen von Testanbietern und dem offensiven Angebot des Diagnose-Instrumentariums eine Symbiose ein, die zu einer starken Inanspruchnahme der neuen Technologien führt. Für den Umgang mit dem erworbenen Wissen bieten sich jedoch nach wie vor nur begrenzte Handlungsalternativen an. Als Schlußpunkt einer mehrstufigen Diagnostik konfrontiert der Befund Down-Syndrom die prospektiven Eltern mit der Alternative Fortsetzung oder Abbruch der Schwangerschaft. Zunehmend mehr Frauen und ihre Partner werden zukünftig mit solchen schwierigen Entscheidungssituationen konfrontiert werden. Die Mitteilung einer positiven Diagnose stellt ein kritisches Lebensereignis dar, das einer adäquaten professionellen Begleitung bedarf. Lösungen müssen individuell - orientiert an der persönlichen Lebenssituation der Betroffenen - erarbeitet werden. Die Diagnosemitteilung ist ein zentraler Moment professionellen Handelns. Sie muß ausgewogen, einfühlsam und kompetent erfolgen. Dringend erforderlich sind die Entwicklung und Einhaltung von Qualitätsstandards für Beratung, Diagnoseeröffnung und Krisenintervention.
Prenatal diagnosis is a growth industry. The constant introduction of new prenatal tests poses great challenges to prospective parents. In Germany, guidelines for prenatal care include an early nuchal-translucency-sonogram as a routine screening for down syndrome. Developer of this screening predict a 90% discovery rate. This rate can be achieved through the combination of early maternal serum examinations, computer assisted risk calculation and the nuchaltranslucency measurement. The extensive use of diverse new technologies is driven by two forces; first, the parents' fear of giving birth to a child with a disability, and second, the offensive marketing strategies by the test-making industry. The information that these tests can yield is vast, yet parents' range of choices in response to these test results remain very limited. After a battery of diagnostic tests, parents confronted with the diagnosis of down syndrome can choose only between continuing or terminating the pregnancy. In the future, more and more women and their partners will be confronted with such a difficult decision. Adequate professional counseling is needed to help parents cope with the critical life event of being told a positive test result. Solutions have to be developed on an individual basis and need to be grounded on the parents' needs. Informing parents of a positive diagnosis can be a challenging moment in professional life. The professional needs to act with sensitivity and competence. The informations he or she provides have to been well balanced. It is necessary to develop quality assurance standards for counseling, diagnosis and crisis intervention.
URI: http://hdl.handle.net/20.500.11780/2583
ISSN: 0032-7034
Enthalten in den Sammlungen:Praxis der Kinderpsychologie und Kinderpsychiatrie

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