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Titel: Die Rolle der Familie in der Entstehung neurophysiologischer Auffälligkeiten bei Kindern mit Migräne
Sonstige Titel: The role of the family in the development of neurophysiological abnormalities in children suffering form migraine
Autor(en): Siniatchkin, Michael
Gerber, Wolf-Dieter
Erscheinungsdatum: 2002
Zusammenfassung: Migräne ist eine familiär gehäuft auftretende Erkrankung. Das Ziel dieser Studie war daher, Familien mit einem Migränekind und einer Mutter mit Migräne (N=30) mit gesunden Familien (N=20) bezüglich der Zusammenhänge zwischen spezifischen neurophysiologischen pathogenetischen Mechanismen der Migräne, wie auffällige Reizverarbeitung und erhöhte kortikale Exzitabilität, einerseits und Familieninteraktionen und Persönlichkeitsmerkmalen, wie Neurotizismus und Extraversion, andererseits zu vergleichen. Die Korrelationsanalyse und Faktorenanalyse ergaben, daß die Störung der Habituation der Contingenten Negativen Variation (CNV) um so ausgeprägter und die Neurotizismuswerte bei den Migränekindern um so höher waren, je mehr Kontrolle und selbständigkeitshemmende Verhaltensweisen Migränekinder seitens ihrer Eltern erlebten. Die CNV-Amplitude war relativ unabhängig vom Erziehungsstil in der Familie und durch Ähnlichkeiten in der Reizverarbeitung von Eltern und ihren Kindern charakterisiert, was eventuell auf genetische Faktoren zurückgeführt werden kann. In gesunden Familien konnten enge Zusammenhänge zwischen einzelnen Parametern der Eltern-Kind-Interaktionen festgestellt werden. Die Untersuchung weist darauf hin, daß die neurophysiologische Anfallsbereitschaft sowie Persönlichkeitsmerkmale bei Migräne von psychosozialen Faktoren wie Eltern-Kind-Interaktionen beeinflußt werden können, und daß verschiedene Parameter der Reizverarbeitung bei Patienten sowohl auf nicht genetische familiäre Bedingungen (CNV-Habituation) als auch auf genetische Faktoren (CNV-Amplitude) zurückgeführt werden können.
Migraine is a familial disorder. The aim of this study was to compare the relationship between specific neurophysiologic pathogenetic mechanisms of migraine such as abnormal information processing and enhanced cortical excitability on the one hand, and parent-child-interactions and personality traits such as neuroticism and extraversion on the other hand in migraine and healthy families. The correlation and factor analyses demonstrated that the stronger the control over a child and the more intensive the suppression of a child's independence by a parent during a stressful situation in migraine families, the more pronounced the loss of habituation of the contingent negative variation (CNV), and the greater the neuroticism in a migraine child. The CNV amplitude was independent of psychosocial conditions in the family but represented similarities in information processing between parents and their children suffering from migraine. This could be possibly explained by genetic influences on information processing in migraine. In healthy families only the relationship between parameters of parent-child-interaction could be observed. This investigation demonstrates that the neurophysiological disposition to a migraine attack as well as personality traits in migraine could be influenced by psychosocial factors such as parent-child interactions and that different parameters of information processing in headache patients are related to either non-genetic familial conditions (habituation) or functional genetic factors (amplitude).
URI: http://hdl.handle.net/20.500.11780/2612
ISSN: 0032-7034
Enthalten in den Sammlungen:Praxis der Kinderpsychologie und Kinderpsychiatrie

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