Bitte benutzen Sie diese Kennung, um auf die Ressource zu verweisen: http://hdl.handle.net/20.500.11780/2695
Titel: Analytische Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie bei Schulverweigerung
Sonstige Titel: School refusal and conditions for psychodynamic psychotherapy
Autor(en): Oelsner, Wolfgang
Erscheinungsdatum: 2003
Zusammenfassung: Das Phänomen Schulverweigerung wird differentialdiagnostisch unter Schulschwänzen, Schulangst und Schulphobie diskutiert. Analytische Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie wird vorrangig bei Schulphobie indiziert gesehen. Es handelt sich um eine Trennungsangst des Kindes, die in dyadischen Beziehungsstrukturen fixiert ist. Um einen Triangulierungsprozess therapeutisch zu forcieren, dürfen die als Verweigerung ausagierten Widerstände sich nicht weiter etablieren. Wenn es nicht zur baldigen Aufnahme des Schulbesuchs kommt, wird für eine stationäre Behandlung plädiert. Es gilt, kindliche Größenphantasien durch einen altersgerechten Zuwachs autonomer Ich-Funktonen abzulösen. In der Elternarbeit werden projektive und identifikatorische Prozesse sowie libidinöse Überbesetzungen bearbeitet. Bei Schulangst liegt keine primär psychoneurotische Störung vor, sondern eine konkrete Überforderungsproblematik, z.B. Furcht vor Gewalt oder Leistungsansprüchen. Hier wird anderen Therapieformen und/oder pädagogischen Interventionen der Vorzug gegeben und analytisch gegebenenfalls die Elternarbeit begleitet. Bei Schulschwänzen ist ein primär pädagogisches Vorgehen angezeigt, gegebenenfalls gestützt durch Maßnahmen der Jugendhilfe. Schlagwörter: Schulverweigerung - Schulangst - Schulschwänzen - Schulphobie - Trennungsangst
School refusal can be divided into different subgroups, i.e. truancy and school-related fears and Phobias. Psychodynamic psychotherapy is primarily indicated in the treatment of school phobia, which is caused by relationship-based separation anxiety due to fixed dyadic patterns. To avoid further chronification a triangular treatment process should be started. If the child is missing out on school, an in-patient treatment should be considered. Thereby, dysfunctional phantasies can be replaced by age-appropriate ego-functions. With parents projective and identification-processes and libidinous overrepresentations can be worked through. School related fears are not psychoneurotic disorders, but real fears regarding violence or unattainable academic demands. Other forms of therapy and educational interventions are indicated in these cases. Parents can be counselled psychodynamically, if needed. Truancy should be treated by educational means, including interventions by social services if indicated. Keywords: school refusal - school-related fears - truancy - phobias - separation anxiety
URI: http://hdl.handle.net/20.500.11780/2695
ISSN: 0032-7034
Enthalten in den Sammlungen:Praxis der Kinderpsychologie und Kinderpsychiatrie

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