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Titel: Die Unterbringung mit Freiheitsentziehung von Minderjährigen in Kliniken für Kinder- und Jugendpsychiatrie - Ärztliche Entscheidungen ohne Berücksichtigung psychodynamischer Folgen?
Sonstige Titel: Placement of minors with a custodial sentence in departments of child and adolescent psychiatry – Medical decisions without taking into account psychodynamic consequences?
Autor(en): Hummel, Peter
Jaenecke, Britta
Humbert, Doreen
Erscheinungsdatum: 2003
Zusammenfassung: Die Unterbringung mit Freiheitsentziehung von Minderjährigen wird in der kinderpsychiatrischen Literatur kaum erwähnt. Ziel dieses Beitrags ist es deswegen, die gesetzlichen Grundlagen zivilrechtlicher und öffentlich-rechtlicher Unterbringung hinsichtlich ihrer Gemeinsamkeiten und Unterschiede darzustellen und zu diskutieren. Die in den meisten Bundesländern konkurrierenden Rechtsgrundlagen zur Unterbringung Minderjähriger und die daraus resultierenden Probleme für juristische Laien (beispielsweise Ärzte) werden erörtert. Auf Unsicherheiten unter den Familien- und Vormundschaftsgerichten bei der Anwendung der Gesetze wird eingegangen. Kasuistische Beispiele stellen den Bezug zur klinischen Praxis her. Als Ergebnis ist festzustellen, dass bei der Unterbringung Minderjähriger mit Freiheitsentziehung der jeweilige Einzelfall die Auswahl der Unterbringungsform beachten muss. Die Anwendung des rechtlichen Instrumentariums sollte psychodynamische Auswirkungen auf den Minderjährigen und seine Eltern beziehungsweise Sorgeberechtigten berücksichtigen. Unter Umständen kann eine nicht ausreichend überlegte juristische Weichenstellung den Verlauf des Krankheitsprozesses kontraproduktiv begleiten. Es wird deswegen empfohlen, nach dem Grundsatz des "Vorranges der besseren Unterbringungsform" bei der Unterbringung mit Freiheitsentziehung von Minderjährigen vorzugehen. Schlagwörter: Unterbringung - Freiheitsentziehung - Minderjährige - Kliniken für Kinder- und Jugendpsychiatrie
The placement of minors who have been given a custodial sentence is barely mentioned in child psychiatric literature. The aim of this contribution is to present the statutory rules in civil law and public law regulating placement and to discuss the similarities and differences between them. The legislation on the placement of minors, which is concurrent in most of the German states, and the resulting problems for legal laypersons (such as doctors) are explained. Uncertainties among family and guardianship courts in regard to application of the law are examined. Case reports are presented to show the relevance to clinical practice. The conclusion can be drawn that the competing legislative regimes must be taken into account in each individual case when placing minors who have been given a custodial sentence. The application of legislation should take into account psychodynamic effects on the minor and his or her parents or guardians. Under certain circumstances, an insufficiently considered legal decision can have a counterproductive effect on the course of the disease. It is therefore recommended to proceed according to the principle of "priority to the better form of placement" when placing minors who have been given a custodial sentence. Keywords: placements - minors - custodial sentence - departments of child and adolescent psychiatry
URI: http://hdl.handle.net/20.500.11780/2717
ISSN: 0032-7034
Enthalten in den Sammlungen:Praxis der Kinderpsychologie und Kinderpsychiatrie

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