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Titel: Der Gegenübertragungstraum - oder: Das Ping-Pong-Spiel der beiderseitigen Unbewussten
Autor(en): Bittner, Günther
Erscheinungsdatum: 2010
Zusammenfassung: In einem Brief an Freud hatte Lou Andreas-Salomé wegen des ihr unverständlichen Stillstands einer Analyse um Rat gefragt. Freud antwortete: >>Was man nicht deklinieren kann, das sehe man als - Übertragung an<< (Freud und Andreas-Salomé, 1966/1980, S.  133, Brief vom 23.3.1923). Er variiert damit die alte Grammatikregel: Was man nicht deklinieren kann, das sehe man als ein Neutrum an. Es handelt sich um keine feste grammatische Gesetzmäßigkeit wie >>Alle Substantiva mit der Endung -um sind Neutra<<, sondern um eine mehr pragmatische Regel zum Einsortieren. Diese Äußerung mag belegen, wie Freud die Übertragung auffasste: nicht als etwas faktisch Gegebenes, sondern als etwas zu Unterstellendes und - vor allem modischen Konstruktivismus - in der Analyse zu >>Konstruierendes<< (vgl. Freud, 1937d). Es ist nützlich, sich immer wieder Stellen wie diese in Freuds Schriften vor Augen zu halten, um nicht dem verbreiteten trügerischen Begriffsrealismus zu verfallen: Wenn es das Wort gibt (Übertragung, Ödipuskomplex oder was auch immer), dann gibt es auch den damit bezeichneten Sachverhalt.
URI: http://hdl.handle.net/20.500.11780/2830
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