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Titel: Kindliches Erleben der chronischen körperlichen Erkrankung eines Elternteils: Eine qualitative Analyse von Interviews mit Kindern dialysepflichtiger Eltern
Sonstige Titel: How children experience a parent being chronically ill: A qualitative analysis of interviews with children of hemodialysis patients
Autor(en): Romer, Georg
Stavenow, Karma
Baldus, Christiane
Brüggemann, Annika
Barkmann, Claus
Riedesser, Peter
Erscheinungsdatum: 2006
Zusammenfassung: Die subjektive Verarbeitung der Erfahrung, mit einem körperlich kranken Elternteil aufzuwachsen, wurde mit einer qualitativen Analyse von Einzelinterviews von Kindern und Jugendlichen mit einem dialysepflichtigen Elternteil untersucht. Hierzu wurden halbstrukturierte Interviews mit 8 Kindern und Jugendlichen im Alter zwischen 6 und 17 Jahren sowie einer kranken Mutter, die selbst als Kind eines dialysepflichtigen Vaters aufgewachsen war, mit strukturierender Inhaltsanalyse und psychoanalytischer Textinterpretation ausgewertet. Die Befragten zeigten ausnahmslos ausgeprägte Verantwortungsgefühle für ihre Eltern. Es fanden sich hierbei Schuldkonflikte wegen eigener Autonomiebedürfnisse sowie die Tendenz, Konflikte mit den Eltern zu vermeiden. Jüngere Kinder waren durch diffuse Traurigkeit belastet, während Kinder ab 11 Jahren konkrete Ängste vor Krankheitskomplikationen oder einem tödlichen Verlauf der elterlichen Erkrankung schilderten. Sprachen Eltern offen über ihre Krankheit, erlebten dies die Kinder als hilfreich. Schlussfolgernd scheint das Aufwachsen mit einem chronisch kranken Elternteil eine nachhaltig prägende Erfahrung zu sein, die enorme psychische Anpassungsleistungen erfordert. In präventiven Beratungskonzepten sollten u. a. Eltern in ihrer Kompetenz als emotional verfügbare Bindungspersonen gestärkt werden. Schlagwörter: Risikofaktoren für psychische Störungen - Kinder kranker Eltern - Krankheitsbewältigung - Interviewstudien - Psychotraumatologie
Children's subjective experience of growing up with a somatically ill parent was studied by a qualitative analysis of individual interviews with children having a parent on hemodialysis. Transcripts of semi-structured interviews with 8 children and adolescents between 6 and 17 years and with one ill mother, whose father had had the same disease, were evaluated through structuring content analysis and psychoanalytical text interpretation. All individuals showed a strong sense of responsibility for their parents. In some cases this conflicted with their strives for autonomy. Almost all children tried to avoid conflicts with their parents. Younger children suffered from diffuse sadness, whereas children up from 11 years had concrete fears of medical complications or their parents' possible decease. In case parents spoke frankly about their illness, children felt relieved. Results suggest that growing-up with a chronically ill parent means a sustaining experience for a child, which requires enormous efforts of psychological adaptation. In preventive counselling concepts, parents should be strengthened in their competence as emotionally available attachment figures. Key words: mental health risk factors - child of impaired parent - coping with illness - interview studies - psychotraumatology
URI: http://hdl.handle.net/20.500.11780/2890
ISSN: 0032-7034
Enthalten in den Sammlungen:Praxis der Kinderpsychologie und Kinderpsychiatrie

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