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Titel: Einflussfaktoren auf den Einsatz von Zwangsmaßnahmen - Eine retrospektive Auswertung in einer Schweizer kinder- und jugendpsychiatrischen Versorgungsklinik
Sonstige Titel: Factors contributing to the use of seclusion and restraint – a retrospective analysis in a Swiss clinic for child and adolescent psychiatry
Autor(en): Nitschke-Janssen, Meike
Branik, Emil
Erscheinungsdatum: 2006
Zusammenfassung: Die Literaturdurchsicht über die Einflussfaktoren auf den Einsatz von Zwangsmaßnahmen und deren Folgen offenbart eine spärliche Datenlage, obgleich Zwangsmaßnahmen für Patienten und Klinikmitarbeiter belastende, die Therapieverläufe beeinflussende Ereignisse sind. Es sollte untersucht werden, welche patientenbezogenen und/oder klinikspezifischen Faktoren in unserer Klinik mit einer erhöhten Häufigkeit und Intensität von Zwangsmaßnahmen gegenüber Patienten einhergehen. In einer ostschweizer Versorgungsklinik wurden retrospektiv sämtliche Zwangsmaßnahmen während zwei Jahren ausgewertet. Der Datensatz bestand aus detaillierten Dokumentationen aller Zwangsmaßnahmen, patienten- und klinikbezogenen Daten. Die Auswertung erfolgte mit dem Statistikprogramm SPSS, wobei neben der deskriptiven Statistik der Chi-Quadrat-Test durchgeführt wurde. Patientenbezogene Charakteristika wie höheres Alter, weibliches Geschlecht und Gewalterfahrungen in der Anamnese sowie F9- und F6-Diagnosen führten häufiger und zum Teil zu intensiveren Zwangsmaßnahmen. Auf Seiten der klinikbezogenen Faktoren zeigten einzelne Stationen einen stark voneinander abweichenden Umgang mit Zwangsmaßnahmen. Neben der Psychopathologie der Patienten und strukturellen Bedingungen der Klinik spielen beim Einsatz von Zwangsmaßnahmen das Selbst-, Krankheits-, Beziehungs- und Behandlungsverständnis aller Beteiligten sowie situationsspezifische Kontextfaktoren eine wesentliche Rolle. Eine detaillierte Evaluierung des Einsatzes von Zwangsmaßnahmen stellt eine wichtige Voraussetzung für präventive und ualität sichernde Maßnahmen innerhalb der Klinik dar. Schlagwörter: Zwangsmaßnahmen - Kinder- und Jugendpsychiatrie - therapeuti- sche Beziehung - Macht - institutionelle Gewalt
Despite of the inculpatory effects of coercive measures on both patients and clinicans, only few publications regarding the influencing factors on the use of seclusion and restraint could be found. This study intended to investigate clinic- and patient-related factors which contribute to increasing und intensified incidents of seclusion and restraint. All incidents of coercive measures in a Swiss clinic during the years 2002 and 2003 were evaluated restrospectively. Data included detailed information about each coercive incident as well as patients and personnel involved. Statistics were conducted with SPSS. Adolescent age, female gender, previous experiences of violence and diagnoses of the ICD-10-category F9 and F6 were linked with high frequencies and intensive coercive interventions on the side of patient-related factors. Regarding clinic-related factors a fairly different handling could be found comparing different wards. Besides psychopathological aspects of the patients and structural characteristics of the clinic different understandings of disease-management, the nature of the therapeutic relations and environmental factors contribute to frequency, intensity and kind of coercive measures. A detailed evaluation of the use of coercive interventions can help to prevent unnecessary and incriminatory violence. Key words: seclusion and restraint - child and adolescent psychiatry - therapeutic relationship - power - institutional violence
URI: http://hdl.handle.net/20.500.11780/2907
ISSN: 0032-7034
Enthalten in den Sammlungen:Praxis der Kinderpsychologie und Kinderpsychiatrie

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