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Titel: ADHS - Indikation für psychoanalytische Behandlungen? Einige klinische, konzeptuelle und empirische Überlegungen ausgehend von der Frankfurter Präventionsstudie
Autor(en): Leuzinger-Bohleber, Marianne
Staufenberg, Adelheid
Fischmann, Tamara
Erscheinungsdatum: 2007
Zusammenfassung: Die kurze Schilderung verschiedener psychoanalytischer Konzeptualisierungen von ADHS, einige Beobachtungen und Daten aus der Frankfurter Präventionsstudie sowie aus psychoanalytischen Therapien von Kindern mit diesem Syndrom dienen der Illustration, dass eine psychoanalytische Perspektive auf ADHS vor allem individuelle psychodynamische Hintergründe und Persönlichkeitsstrukturen fokussiert. Frühe Objektbeziehungserfahrungen, psychische und hirnorganische Traumatisierungen bedingt durch Krankheiten, Verlust oder ein weitgehendes Fehlen von stabilen frühen Beziehungserfahrungen, Migration und familiäre Verfolgung, aber auch andere, weniger dramatische Charakteristika einer "veränderten Kindheit" können zu den inneren Regulationsstörungen führen, die dem Aufmerksamkeitsdefizit und der Hyperaktivität zugrunde liegen: An 7 verschiedenen Typen von ADHS wird diskutiert, dass viele Wege zu einem ADHS nach DSM-IV führen: es existiert keine monokausale Erklärung. Die Autorinnen vertreten die These, dass die heutige Psychoanalyse, wie kaum eine andere psychologische Theorie, über ein reiches Spektrum an Konzeptualisierungen und klinischen Erfahrungen verfügt, die gleichzeitig neurobiologische, (unbewusste) biographische und gesellschaftliche Faktoren in den Blick nehmen. Dies bedeutet eine einzigartige Chance, die Komplexität der Genese und Manifestationen von ADHS bei heutigen Kindern zu entschlüsseln. Daher betrachten sie psychoanalytische Therapien als eine naheliegende Indikation für Kinder, die an einem ADHS leiden. Psychoanalytische Verfahren bieten eine erfolgreiche, nachhaltige Behandlungsmöglichkeit dieser Kinder und damit eine Alternative zu einer ausschließlich medikamentösen Behandlung. Schlagwörter ADHS - psychoanalytische Behandlungen von Kindern mit ADHS - Indikation - neurobiolo- gische, genetische und soziale Faktoren von ADHS
Based on clinical experiences, results of the Frankfurt Prevention Study and arguments taken from a current interdisciplinary dialogue between psychoanalysis and neurobiology the authors discuss that Attention Deficit Hyperactivity Disorder (ADHD) always has to be understood as a product of complex interactions of (mostly unconscious) idiosyncratic, biographical, relational, institutional, societal as well as neurobiological, neurophysiological, and genetical factors. This is one reason why the authors think that psychoanalysis with its unique conceptualizations to understand psychic realities as products of such a complex intertwining of unconscious and reality factors, taking into account biological as well as societal roots of human behavior, could be egarded as one of the best available psychotherapeutic approach nowadays which is capable to eal theoretically and therapeutically with children suffering from ADHD. Psychoanalysis offers an alternative (with longlasting positive results) to exclusive treatments with psychostimulants. This thesis is discussed by short case studies illustrating 7 subgroups of children with very different inner conflicts and fantasies all being subsumed under the ADHD diagnosis in DSM-IV. Keywords ADHD - psychoanalytic treatment of ADHD children - indication - neurobiological, genetic, societal factors of ADHD
URI: http://hdl.handle.net/20.500.11780/2983
ISSN: 0032-7034
Enthalten in den Sammlungen:Praxis der Kinderpsychologie und Kinderpsychiatrie

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