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Titel: Erleben einer erneuten Schwangerschaft nach vorhergehendem Schwangerschaftsabbruch bei pathologischem PND-Befund - Alles vergessen und ein neuer Anfang?
Autor(en): Wollenschein, Melanie
Gustke, Matthias
Woopen, Christiane
Rohde, Anke
Erscheinungsdatum: 2007
Zusammenfassung: Bislang liegen wenige Erkenntnisse zum Erleben einer erneuten Schwangerschaft nach vorhergehendem Schwangerschaftsabbruch bei fetalem pathologischem Befund vor. Ergebnisse nach später Fehl- oder Totgeburt weisen darauf hin, dass die Trauer um ein verlorenes Kind trotz neuer Schwangerschaft anhalten und die Haltung zur Schwangerschaft beeinträchtigen kann. Die vorliegende Untersuchung an 56 Frauen greift einen Teilaspekt der wissenschaftlichen Evaluation des Modellprojektes "Psychosoziale Beratung im Kontext von Pränataldiagnostik" mit 512 Patientinnen heraus. Es werden Ergebnisse zum Schwangerschaftserleben in einer erneuten Schwangerschaft nach vorhergehendem spätem Abbruch referiert. Die untersuchten 56 Frauen wiesen 2 Jahre nach Abbruch nur in Einzelfällen relevante Trauersymptome (PGS) auf, jedoch zeigten 11-21 % eine überschwellige psychische Belastung (BSI). 50 % erlebten weiterhin eine deutliche emotionale Präsenz der abgebrochenen Schwangerschaft, ebenso wurden eine größere Distanz zum Kind im Vergleich zur Vorschwangerschaft und ein beeinträchtigter Kontakt zum Kind erlebt - obwohl die Schwangerschaften geplant und erwünscht waren. Häufig wurden Ängste, Sorgen, Unsicherheit und Vorsicht berichtet. Die Zeit zwischen früherem Abbruch und aktueller Konzeption hatte keinen signifikanten Einfluss auf das Erleben. Bei der Betreuung einer schwangeren Frau sollte berücksichtigt werden, ob eine vorhergehende Schwangerschaft wegen eines pathologischen pränataldiagnostischen Befundes abgebrochen wurde, um möglicherweise bestehende Ambivalenzen im aktuellen Schwangerschaftserleben interpretieren zu können. Bei anhaltender Belastung sowie Trauer über den Verlust der vorherigen Schwangerschaft sollte die Patientin ein spezielles Betreuungsangebot erhalten, um frühzeitig den Aufbau einer guten Beziehung zwischen Mutter und Kind während und nach der Schwangerschaft fördern zu können. Schlagwörter Pränataldiagnostik - psychosoziale Beratung - Trauer - Schwangerschaftsabbruch - erneute Schwangerschaft
There is a lack of profound research on the experiences of a new pregnancy following a sub sequent late termination of pregnancy (TOP). Results from late pregnancy losses indicate that women do grieve even during a new pregnancy and therefore the process of bonding can be affected. 56 women were investigated within the project "psychosocial counselling in the context of prenatal diagnosis", which recruited 512 patients. Results on the experience of a new pregnancy after late TOP will be presented. In general women experienced a normal level of bereavement 2 years after TOP (PGS), but 11-21 % showed significant symptoms of distress (BSI). 50 % were aware of the terminated pregnancy furthermore and they felt an emotional distance to their unborn child. This is remarkable because most subsequent pregnancies were planned and desired. Many patients showed feelings of fear, worries and uncertainties. Time since TOP and new conception was not predictive of feelings during pregnancy. If a pregnant woman had a TOP because of fetal anomaly in the preceding pregnancy this should be taken into account during medical care. If symptoms of distress are persisting there is an indication for additional care. The intention is to release the patient and to support a sound relationship between mother and child. Keywords prenatal diagnosis - psychosocial counselling - TOP-grief - subsequent pregnancy
URI: http://hdl.handle.net/20.500.11780/3017
ISSN: 0032-7034
Enthalten in den Sammlungen:Praxis der Kinderpsychologie und Kinderpsychiatrie

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