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Titel: Ethische und soziale Aspekte der Pränataldiagnostik: Überblick und Ergebnisse aus interdisziplinären empirischen Untersuchungen
Autor(en): Nippert, Irmgard
Neitzel, Heidemarie
Erscheinungsdatum: 2007
Zusammenfassung: Obwohl die Pränataldiagnostik (PND) seit mehr als 30 Jahren zum Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung gehört, wird kaum ein anderes Gebiet der Medizin ethisch so kontrovers diskutiert wie die PND. Dies hängt vor allem mit genuinen ethischen Kontroversen um den selektiven Schwangerschaftsabbruch zusammen und der Sorge vor einer fremdbestimmten Routinisierung der PND. Die Einführung der PND wurde in Deutschland mit einem speziellen Beratungskonzept verbunden. Es sollte gewährleisten, dass Schwangere die Möglichkeiten, Grenzen, Risiken und Handlungsoptionen der PND bewerten können, um sich für oder gegen die Inanspruchnahme auf der Basis ihrer persönlichen Wertmaßstäbe zu entscheiden. Die Einflussnahme Dritter auf die Entscheidung die PND in Anspruch zu nehmen und bei bestimmten Befunden die Schwangerschaft abzubrechen sollte vermieden werden. Die Praxis der PND zeigt, dass eine Routinisierung und ständige Ausweitung von PND-Verfahren stattgefunden hat und heute nur eine Minderheit von Schwangeren vor (13 %) und nach PND (18 %) eine qualifizierte Beratung in Anspruch nimmt. Die Inanspruchnahme wird wesentlich von PND-Zentren und Praxen bestimmt. Ein Schwangerschaftsabbruch nach PND wird vor allem von der klinischen Bedeutung und Prognose der diagnostizierten Erkrankung, der Schwangerschaftswoche beeinflusst und der Information, die über das Krankheitsbild vermittelt wird. Unterschiedlich verteilte Zugangschancen zu qualifizierter Beratung in der PND haben möglicherweise nachteilige Auswirkungen für Schwangere. Schlagwörter Pränatale Diagnose - Entwicklung in Deutschland - Beratung - ethische und soziale Aspekte - Schwangerschaftsabbruch
Since its introduction into maternal health care more than 30 years ago, prenatal diagnosis (PND) is being debated controversially in Germany. The main ethical dilemma associated with PND is the option of selective termination of an affected pregnancy. Another point of concern is PND being presented as a "routine" procedure making it dificult for women to refuse it. When PND was introduced three decades ago there was unanimous agreement that PND should be embedded in pre- and post-test counselling, that PND should only be done with informed consent and that informed consent can only be given if accurate non-biased counselling is provided in a non-directive manner. However, today only a minority of women undergo qualified pre-test (13 %) and post-test counselling (18 %). Utilization rates of pre- and post-test counselling services are influenced by PND centres and practices and vast regional difierences can be observed. Decisions regarding termination of pregnancy depend on many factors including the severity and prognosis of a condition, gestational age and the way in which information about the condition is communicated. In conclusion the uneven availability and accessibility of quality counselling services may impact the wellbeing of women undergoing PND. Keywords prenatal diagnosis - development in Germany - counselling - ethical and social issues - termination of pregnancy
URI: http://hdl.handle.net/20.500.11780/3018
ISSN: 0032-7034
Enthalten in den Sammlungen:Praxis der Kinderpsychologie und Kinderpsychiatrie

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