Bitte benutzen Sie diese Kennung, um auf die Ressource zu verweisen: http://hdl.handle.net/20.500.11780/3037
Titel: Welche Kinder und Jugendlichen erfahren eine kombinierte Verhaltens- und Pharmakotherapie?
Sonstige Titel: How many children and adolescents do receive a combined behavioral and psychopharmacological therapy?
Autor(en): Sinzig, Judith
Blanz, Susanne
Schmidt, Martin H.
Lehmkuhl, Gerd
Erscheinungsdatum: 2008
Zusammenfassung: Bisher liegen für den deutschen Sprachraum keine empirischen Daten über die Kombination einer Verhaltenstherapie mit einer psychopharmakologischen Begleitmedikation vor. Auch in der internationalen Versorgungsforschung finden sich zu dieser epidemiologischen Fragestellung nur wenige Informationen. Die vorliegende Untersuchung überprüft anhand von Anträgen auf Verhaltenstherapie in der kassenärztlichen Versorgung welche Medikamente oder Substanzgruppen begleitend für bestimmte Störungen im Rahmen einer Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie eingesetzt bzw. für indiziert gehalten wurden. Bei insgesamt 1021 Verhaltenstherapieanträgen aus dem Jahrgang 2001 konnte retrospektiv eine Vielzahl von Variablen, u. a. zur Diagnosestellung, zum soziodemographischen Status, zur schulischen Situation und zum Leistungsniveau, zu somatischer Symptomatik, Therapieindikation, Störungsentwicklung und beabsichtigten Interventionen ausgewertet und Zusammenhänge mit einer begleitenden Pharmakotherapie hergestellt werden. Es zeigt sich, dass jede fünfte Verhaltenstherapie psychopharmakologisch ergänzt wird und dass dabei 80 % dieser Begleitmedikation auf Psychostimulanzien entfallen. Entsprechend erhält die Hälfte der Kinder und Jugendlichen mit einer einfachen oder kombinierten hyperkinetischen Störung eine medikamentöse Unterstützung. Patienten mit anderen Diagnosen werden hingegen nur zu einem sehr geringen Anteil auf Psychopharmaka eingestellt. Auf die Unterschiede und speziellen Merkmale zwischen der psychopharmakologisch behandelten bzw. unbehandelten ICD-10 Gruppe F 90 bzw. F 90.1 wird speziell eingegangen. Es wird diskutiert, inwieweit das beschriebene Vorgehen mit den vorhandenen Leitlinien konform ist. Schlagwörter ADHS - Behandlungsepidemiologie - Kinder und Jugendliche - Pharmakotherapie - Verhal- tenstherapie
So far in German literature no empirical data are present concerning parallel medications of behavioral therapy. Also the international research does not treat this topic suffciently. For this reason this work examines on the basis from reports of requests for behavioral therapy, which medications or groups of substances were used for which child and adolescent psychiatric disorders treated by behavioral therapy. It examines additionally whether correlations of such combinations exist to specific socio-demographic or school-characteristics. Out of 1021 first and subsequent requests for behavioral therapy from the years 2001 variables were retrospectively evaluated regarding intear alia diagnosis, sociodemographic data, school situation, somatic comorbidities or therapies and therapy indication. Results reveal out of five children or adolescents one has an behavioral therapy plus an additional psychopharmacological treatment. 80 % of these medications are psychostimulants. Half of the children and adolescents suffering from ADHD or conduct disorders are treated with such, while diagnosis of other domains contribute to combined therapies only with a small percentage. Differences between non-treated and psychopharmacologically treated children and adolescents with ADHD or conduct disorders are presented. Keywords ADHD - Behavioral Therapy - Children and Adolescents - Pharmacotherapy - Treatment epidemiology
URI: http://hdl.handle.net/20.500.11780/3037
ISSN: 0032-7034
Enthalten in den Sammlungen:Praxis der Kinderpsychologie und Kinderpsychiatrie

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