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Titel: Sachverständiger Umgang mit Sorgekriterien und Erwartungen von lösungsorientierter Begutachtung aus der Perspektive österreichischer Familienrichter
Sonstige Titel: The handling of custodial criteria by expert evaluators and the expectations for solution-oriented evaluations from the perspective of Austrian family court judges
Autor(en): Bein, Nicolas
Völkl-Kernstock, Sabine
Klicpera, Christian
Friedrich, Max H.
Erscheinungsdatum: 2008
Zusammenfassung: Bereits seit einiger Zeit mehren sich in Bezug auf familienpsychologische Sachverständigenbegutachtungen im Rahmen von Familiengerichtsverfahren die Diskussionen um einen Paradigmenwechsel, wobei die status-diagnostische Begutachtung zugunsten einer prozessorientierten, "lösungsorientierten" Arbeit mit den Eltern in den Hintergrund rücken soll. Im Rahmen einer österreichweit durchgeführten Evaluierungsstudie zur Qualität der bisherigen Begutachtungspraxis zeigte sich, dass sowohl seitens der Sachverständigen (SV) und insbesondere von den Familienrichtern das lösungsorientierte Sachverständigenvorgehen mehrheitlich befürwortet wird. Letztere erwarten sich dadurch primär eine höhere Akzeptanz und Nachhaltigkeit ihrer Sorge- und Umgangsrechts-Beschlüsse, womit prozessökonomische Vorbehalte langfristig egalisiert werden könnten. Im Falle einer entsprechenden Veränderung der Begutachtungsmodalität scheint es dennoch notwendig, die bewährten Sorgekriterien im Blickpunkt zu behalten. Neben der Bindung des Kindes, lassen Familienrichter und Sachverständige in Übereinstimmung der Kontinuität sowie der Erziehungskompetenz der Eltern die nächst höhere Bedeutung im Rahmen der einzelnen Sorgerechtskriterien zukommen. Bei der Etablierung eines lösungsorientierten SV-Vorgehens sollten psychometrische Diagnostikverfahren weiterhin zum Einsatz kommen, um insbesondere die Bedürfnisse des Kindes sowie einzelne Aspekte der Persönlichkeit der Kindeseltern umfassend abzubilden, sofern eine gemeinsame Lösung nicht erzielt werden kann. Schlagwörter Scheidung - Sorgerecht - Familiengericht - psychologischer Sachverständiger
There has been increasing discussion of a paradigm shift in expert evaluations of family psychology during custodial proceedings for a long time, suggesting that status-diagnostic evaluation should give way to working together with the parents with a "solution-oriented" process approach. An Austrian-wide evaluation of the quality of current evaluation practice indicated that a majority of the experts, and especially the judges in family courts, endorsed this "solution-oriented" approach for expert evaluators; the judges primarily in the expectation that this will lead both to a greater acceptance and sustainability of their decisions on custodial and visiting rights and that it could also, over the long term, serve to increase the efficiency of the legal process. However, if the evaluation modalities are altered accordingly, proven custodial criteria should still remain in the foreground. In addition to the child's attachment, family judges and experts, working in unison, assign continuity and the parents' own parenting abilities the next greatest importance within the framework of individual custodial criteria. Psychometric diagnostic procedures should still be used when establishing a solution-oriented expert evaluation procedure in order to comprehensively map out the needs of the child as well as individual aspects of the parents' own personality in particular, where a joint solution cannot be achieved. Keywords divorce - custody - family law court - authorised psychological expert
URI: http://hdl.handle.net/20.500.11780/3039
ISSN: 0032-7034
Enthalten in den Sammlungen:Praxis der Kinderpsychologie und Kinderpsychiatrie

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