Bitte benutzen Sie diese Kennung, um auf die Ressource zu verweisen: http://hdl.handle.net/20.500.11780/3064
Titel: Editorial
Erscheinungsdatum: 2008
Zusammenfassung: Die Zwangsstörungen waren bis in die jüngste Vergangenheit eher ein Stiefkind der Psychiatrie. Es fehlte eine Erfolg versprechende Behandlung und diese Erkrankung wurde lange falsch eingeschätzt. Das Bild der Zwangsstörungen wird bis heute von der negativen Bewertung der zwanghaften Persönlichkeitsstörung überlagert. Der zwangskranke Patient leidet unter einer Krankheit, die ihn zwingt, sich zum Beispiel ständig zu waschen oder etwas zu kontrollieren. Ansonsten kann er alle Charaktereigentümlichkeiten und -züge aufweisen, die ein Mensch haben kann. Laut ICD-10 sind Zwangsstörungen wie folgt gekennzeichnet: "Wesentliche Kennzeichen sind wiederkehrende Zwangsgedanken und Zwangshandlungen. Zwangsgedanken sind Ideen, Vorstellungen oder Impulse, die den Betroffenen immer wieder stereotyp beschäftigen. Sie sind fast immer quälend, weil sie gewalttätigen Inhalts oder obszön sind, weil sie als sinnlos erlebt werden und die betroffene Person erfolglos versucht, Widerstand zu leisten. Sie werden als eigene Gedanken erlebt, selbst wenn sie als unwillkürlich und häufig als abstoßend empfunden werden. Zwangshandlungen oder -rituale sind ständig wiederholte Stereotypien. Sie werden weder als angenehm empfunden, noch dienen sie dazu, an sich nützliche Aufgaben zu erfüllen. Die betroffene Person erlebt sie oft als Vorbeugung gegen ein objektiv unwahrscheinliches Ereignis, das ihr Schaden bringen oder bei dem sie selbst Unheil anrichten könnte. Im Allgemeinen, wenn auch nicht immer, wird dieses Verhalten von der betroffenen Person als sinnlos und ineffektiv erlebt. Sie versucht immer wieder, dagegen anzugehen, bei sehr lange andauernden Störungen kann der Widerstand schließlich minimal sein. Vegetative Angstsymptome sind häufig vorhanden, aber auch quälende innere Anspannung oder auffällig vegetative Stimulation. Es besteht eine enge Verbindung zwischen Zwangssymptomen, besonders Zwangsgedanken, und Depression. Patienten mit einer Zwangsstörung haben oft depressive Symptome und Patienten, die unter rezidivierenden depressiven Störungen leiden, können während ihrer depressiven Episoden Zwangsgedanken entwickeln. In beiden Fällen wechselt der Schweregrad der Zwangssymptome im Allgemeinen entsprechend dem zu- oder abnehmenden Schweregrad der depressiven Symptome.
URI: http://hdl.handle.net/20.500.11780/3064
ISSN: 0032-7034
Enthalten in den Sammlungen:Praxis der Kinderpsychologie und Kinderpsychiatrie

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