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Titel: Elterliche Belastung und Einstellungen zur Jugendhilfe bei psychisch kranken Eltern: Auswirkungen auf die Inanspruchnahme von Hilfen
Sonstige Titel: Nurturance of Children During Inpatient Psychiatric Treatment of Their Parents
Autor(en): Kölch, Michael
Schmid, Marc
Erscheinungsdatum: 2008
Zusammenfassung: Zwischen 10 und 30 % stationär psychiatrisch behandelter Patienten haben minderjährige Kinder. Die durch die psychische Erkrankung entstehende Belastung ist für die Kinder immens, für das Familiensystem wiederum stellt die Behandlung eine erhebliche Belastung dar. Eltern können ihre Elternschaft als zusätzliche Belastung in Rahmen ihrer Erkrankung erleben. Hilfen könnten diesen Stress reduzieren. Ziel dieser Studie war es, sowohl die Belastung psychisch kranker Patienten durch ihre Elternschaft, ihren Bedarf an Hilfen, ihre Einstellungen gegenüber Hilfen und die Inanspruchnahme von Hilfen zu erfassen. In einer Stichtagsuntersuchung wurden in einer Versorgungsregion von ca. 1,5 Millionen Einwohnern Patienten in vier psychiatrischen Kliniken mit verschiedenen Erhebungsinstrumenten (u. a. Strength and Difficulties Questionnaire, SDQ, Parental Stress Scale, PSS) untersucht. Von insgesamt 83 Patienten mit Kindern unter 18 Jahren (54 weiblich, 29 männlich) wurde von 79 Eltern eine deutlich erhöhte Belastung durch die Elternschaft in der PSS (MW 41.9; SD 9.4) angegeben. 40 % der Patienten und Patientinnen waren mit der Betreuungssituation ihrer Kinder unzufrieden und 51 % haben Ressentiments gegenüber dem Jugendamt und vermeiden den Kontakt zum Jugendamt. Diejenigen Eltern, die Kontakt zum Jugendamt hatten, hatten diesen überwiegend negativ wahrgenommen. Die Belastung der Eltern und auch der Kinder ist nicht mit einer entsprechenden Suche nach Hilfe verbunden. Derzeit scheint es aufgrund von Vorurteilen an Akzeptanz bei psychisch kranken Eltern gegenüber der Jugendhilfe zu mangeln. Präventive Angebote der Jugendhilfe müssen verstärkt auf eine Entängstigung der Patienten achten, aktiver auf die Betroffenen zugehen und vermehrt positive Angebote machen, um ein besseres Image zu erhalten und damit die Wahrscheinlichkeit für eine Inanspruchnahme zu erhöhen. Schlagwörter Kinder psychisch kranker Eltern - elterlicher Stress - Jugendhilfe - Einstellungen zu Jugendhilfemaßnahmen - PSS - SDQ
About a third of all inpatients in psychiatric hospitals are parents of children aged below 18 years. The mental illness of a parent and especially the need of inpatient treatment burdens families. This study was contributed to assess parental stress, behavioural and emotional problems of the children and the needs of psychiatric inpatients for support. Barriers and hindrances as well as positive experience with support for their children were assessed. All psychiatric hospitals in a county with about 1.5 million inhabitants in South-West Germany participated in this study. From 643 inpatients after drop-out 83 (54 female, 29 male) patients with non full aged children were questioned with inventories as the SDQ, the PSS and further assessments. Diagnoses and biographic data were assessed by the documentation of the German Association of psychiatry and psychotherapy. Parents reported about an increased level of stress by parenthood (PSS mean 41.9, SD 9.4). Psychopathology of the children influenced the stress of the mentally ill parents. 40 % of the patients are dissatisfied with the care of their children during their inpatient treatment, but 51 % have strong resentments against the youth welfare custodies and do not ask for support. Our results prove the high negative attitude of mentally ill parents against youth welfare service which must be reduced by active information policy and offers in collaboration with the treating psychiatrist of the parents. Keywords Children of mentally ill parents - SDQ - PSS - parental stress - youth welfare service - attitudes against youth welfare services
URI: http://hdl.handle.net/20.500.11780/3090
ISSN: 0032-7034
Enthalten in den Sammlungen:Praxis der Kinderpsychologie und Kinderpsychiatrie

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