Bitte benutzen Sie diese Kennung, um auf die Ressource zu verweisen: http://hdl.handle.net/20.500.11780/3118
Titel: Trauer und Rituale - Ordnende Kraft in Krisenzeiten
Autor(en): Grützner, Felix
Erscheinungsdatum: 2013
Zusammenfassung: >>Nichts ist wie vorher! Ich kenne mich selbst nicht mehr! Ich habe den Boden unter den Füßen verloren! Ich weiß nicht, wie es weiter gehen soll<< - mit diesen oder ähnlichen Äußerungen versuchen Trauernde den Zustand zu beschreiben, in den sie durch den Verlust eines ihnen nahestehenden Menschen gekommen sind. Unsicherheit, Orientierungslosigkeit, Hilflosigkeit sind die Begleiter der Todeserfahrung. Dem Hereinbrechen des Todes in die Lebenswirklichkeit und der damit verbundenen Konfrontation mit der Begrenztheit irdischer Existenz begegnen Menschen seit jeher mit besonderen Ritualen. Diese sind aufs engste mit den je eigenen Lebenskonzepten und Jenseitsvorstellungen verbunden. Meist stehen sie in religiösem Kontext. Die traditionellen Formen dieser Trauerrituale sind sichtbare Zeichen für das, was der Tod des Angehörigen auslöst: Das Leben, >>wie es sonst ist<<, wird unterbrochen oder ausgesetzt. Als sichtbares Zeichen dafür tragen manche Hinterbliebenen schwarze Kleidung, mancherorts werden die Spiegel im Haus verhängt oder es wird nur leise gesprochen. Sinn und Ziel dieser besonderen Handlungen und Zeichen, von denen es unzählige Formen gibt und die Veränderungen unterworfen sind, weisen in zwei Richtungen: Sie sind der Ausdruck von Ehrerbietung und Wertschätzung gegenüber dem Verstorbenen. Zugleich aber dienen sie den Hinterbliebenen, indem sie Ordnung und verbindliche Strukturen bieten in einem erlebten Zustand der absoluten Ausnahme.
URI: http://hdl.handle.net/20.500.11780/3118
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