Bitte benutzen Sie diese Kennung, um auf die Ressource zu verweisen: http://hdl.handle.net/20.500.11780/315
Titel: Grundlagen der Anwendungspraxis
Autor(en): Montada, Leo
Erscheinungsdatum: 1991
Serie/Report Nr.: Berichte aus der Arbeitsgruppe "Verantwortung, Gerechtigkeit, Moral"; 062
Zusammenfassung: Klassen von Aufgaben des Psychologen in der Praxis: Das Spektrum der Aufgaben in der psychologischen Praxis ist breit. Es reicht von Entwicklungs- und Störungsprognosen über Störungsdiagnosen, Interventionsentscheidungen, Evaluationen von Curricula und Interventionen bis zur Aufklärung und Information über Erkenntnisse aus der Forschung. Einige Beispiele: - Wie wird die Entwicklung der Person A sein? Ist eine Fehlentwicklung zu erwarten, mit welcher Wahrscheinlichkeit? (Individualprognose) - Sind bezogen auf eine Störungskategorie (Delinquenz, Schulversagen usw.) Risikogruppen, riskante Lebensbedingungen, Erfahrungen zu identifizieren? (Ermittlung von Entwicklungsrisiken, Screeningverfahren) - Welche Entwicklungsauswirkungen sind bei einer spezifischen Entwicklungsumwelt zu erwarten, generell oder differentiell für spezifische Personkategorien mit unterschiedlichen Merkmalen und Potentialen? (Entwicklungsprognosen auf der Basis gegebener Umweltkategorien) - Welche Entwicklungsziele sind angemessen für die Person A bezogen auf ihre Potentiale, Ressourcen und sozialen Kontexte mit Normen, Erwartungen, Aspirationen, ...? (Begründung von individuellen Entwicklungszielen) - Wie sind die in Aussicht genommenen Ziele der Person A zu erreichen? (Interventionsentscheidungen) - Was taugt ein Training (Curriculum, Therapie) für welche Kategorie von Personen (Voraussetzungen, Kompetenzen, Defizite, Motivationen) oder Störungen? (Evaluation von Interventionen unter differentiellpsychologischem und differentialdiagnostischem Aspekt) Wer ist geeignet für eine zu besetzende Position? (Auswahl von Personal) - Entwicklung diagnostischer Instrumente für Aufgaben der Selektion, für die Identifikation von Störungen (Entwicklung von Diagnoseverfahren) - Wie lassen sich Risiken der Störungsentwicklung präventiv vermeiden? (Störungsprävention) - Welche Entwicklungsintervention ist bei welcher Störung indiziert, generell oder spezifisch für Personkategorien? (Indikation von Interventionen) - Wie ist ein Training angemessen zu evaluieren unter Berücksichtigung von Folgen und Nebenfolgen bei den verschiedenen Betroffenen und den sozialen Systemen, denen sie angehören? (Evaluation von Interventionen) - Wie lassen sich soziale Vorurteile in der Gesellschaft abbauen? (Methoden und Inhalte der Erziehung oder der Medienkommunikation) - Welche psychologischen Kenntnisse und Einstellungen sind nützlich für Eltern? (Auswahl psychologischen Wissens für die Praxis) Einige der Aufgaben sind auf einzelne Personen und Systeme bezogen, andere Aufgaben sind genereller gestellt und nicht auf "Einzelfälle" bezogen, z.B. wenn es um die Dissemination psychologischen Wissens geht, wenn es um die Entwicklung und Evaluation von Selektions- und Prognoseinstrumenten oder von Trainings, von präventiven Programmen oder Curricula geht. Unter den auf einzelne Personen bezogenen Aufgaben gibt es solche der Prognose, solche der Zielberatung und solche, die Modifikationen implizieren. Einige Aufgaben betreffen die Anwendung vorhandenen Wissens, andere sind Forschungsaufgaben im Sinne der Entwicklungen diagnostischer Instrumente oder modifikatorischer Programme. Diese Aufgaben stellen häufig Probleme dar. Ein Problem liegt dann vor, wenn ein gegebener Zustand (Ist-Zustand) in einen gewünschten Zustand (Soll-Zustand) überführt werden soll, und diese Überführung nicht routinemäßig geleistet wird.
URI: http://hdl.handle.net/20.500.11780/315
Enthalten in den Sammlungen:Berichte der Arbeitsgruppe "Verantwortung, Gerechtigkeit, Moral"
PsyDok

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