Bitte benutzen Sie diese Kennung, um auf die Ressource zu verweisen: http://hdl.handle.net/20.500.11780/3160
Titel: Entwicklungstrauma-Störung: Auf dem Weg zu einer sinnvollen Diagnostik für chronisch traumatisierte Kinder
Sonstige Titel: Developmental trauma disorder: Towards a Rational Diagnosis for Chronically Traumatized Children
Autor(en): van der Kolk, Bessel A.
Erscheinungsdatum: 2009
Zusammenfassung: Weniger als acht Jahre nach der Gründung des Nationalen Traumanetzwerks für Kinder (National Child Traumatic Stress Network, NCTSN) 2001 wird deutlich, dass gegenwärtige diagnostische Klassifikationen für Zehntausende von traumatisierten Kindern inadäquat sind. Durch die Einführung der PTBS in psychiatrische Klassifikationen wurden 1980 umfassende wissenschaftliche Studien zu dieser Diagnose möglich. Mehr als 25 Jahre später gibt es eine parallele Initiative im Bereich der Entwicklungspsychopathologie, die die Folgen interpersoneller Traumatisierung und des Bruchs im frühen Pflegesystem für die Entwicklung der Affektregulation, der Aufmerksamkeit, der Kognitionen, der Wahrnehmung und der interpersonellen Beziehungen dokumentiert. Von besonderer Bedeutung sind dabei auch die Auswirkungen früher belastender Lebensereignisse auf die Hirnentwicklung. Das Ziel der Einführung der Diagnose „Entwicklungstrauma Störung“ (Developmental Trauma Disorder) ist die Realität der klinischen Symptomatik von Kindern und Jugendlichen zu erfassen, die chronischem interpersonellen Trauma ausgesetzt sind. Kinder, ob sie nun einige PTBS Symptome aufweisen oder nicht, die sich in einem Umfeld von andauernder Gefahr, Misshandlung und inadäquater Versorgung entwickelt haben, sind durch das gegenwärtige diagnostische System schlecht bedient, da sie häufig verschiedene nicht zusammenhängende Diagnosen bekommen, die besonders auf die Verhaltenskontrolle wert legen, ohne dass damit das interpersonelle Trauma, die Ätiologie der Symptome und die Entwicklungsbrüche, die den Symptomen zugrunde liegen, erfasst werden. Schlagwörter Entwicklungstrauma-Störung (DTD) – diagnostische Klassifikation – interpersonelle Traumatisierung – Misshandlung
Less than eight years after the establishment of the National Child Traumatic Stress Network in 2001 it has become evident that the current diagnostic classification system is inadequate for tens of thousands of traumatized children. While the inclusion of PTSD in the psychiatric classification system in 1980 led to extensive scientific studies of that diagnosis, over the past 25 years there has been a parallel emergence of the field of Developmental Psychopathology, which has documented the effects of interpersonal trauma and disruption of caregiving systems on the development of affect regulation, attention, cognition, perception, and interpersonal relationships. Another significant development has been the increasing documentation of the effects of adverse early life experiences on brain development. The goal of introducing the diagnosis of Developmental Trauma Disorder is to capture the reality of the clinical presentations of children and adolescents exposed to chronic interpersonal trauma. Whether or not they exhibit some symptoms of PTSD, children who have developed in the context of ongoing danger, maltreatment, and inadequate caregiving systems are ill-served by the current diagnostic system, as it frequently leads to multiple unrelated diagnoses, an emphasis on behavioral control without recognition of interpersonal trauma and lack of safety in the etiology of symptoms, and a lack of attention to ameliorating the developmental disruptions that underlie the symptoms. Keywords Developmental Trauma Disorder (DTD) – diagnostic classifikation – interpersonal trauma - maltreatment
URI: http://hdl.handle.net/20.500.11780/3160
ISSN: 0032-7034
Enthalten in den Sammlungen:Praxis der Kinderpsychologie und Kinderpsychiatrie

Dateien zu dieser Ressource:
Datei Beschreibung GrößeFormat 
58.20098_2_49207.pdf247,49 kBAdobe PDFÖffnen/Anzeigen


Alle Ressourcen in diesem Repository sind urheberrechtlich geschützt.